Für eine gleichwürdige Arbeitsbeziehung in der Arbeit mit Familien - Schluss mit der Bevormundung in der Kinder- und Jugendhilfe

In diesem ZEIT-Artikel vom 13.05.2017 schildert eine Familienhelferin/Familientherapeutin, warum "nicht Bevormundung, sondern nur eine gleichwürdige therapeutische Beziehung Veränderung ermöglicht." Wer das in der Arbeit mit oftmals "unfreiwilligen", vom Jugendamt mit Auflagen versehenen Familien, nicht beherzigt, landet in einem Teufelskreis aus Abwertung der Adressaten*innen und dem eigenen Burn-Out also Folge ständiger innerer Verdrängung "negativer" Gefühle. Menschen/Eltern sind nicht "instruierbar", Veränderung passiert immer aus eigenen Antrieb und dafür müssen FamilienhelferInnen Vorbild sein, ehrlich mit sich selbst und gegenüber ihren Adressaten*innen sein.


Anteil der armen Kinder hat sich "verdoppelt" - Interview Butterwegge 2017

"... Da wird behauptet vom Vorstandsvorsitzenden der Bundesagentur für Arbeit, dass es heute 800.000 Arbeitslose mehr gäbe, wenn es Hartz IV nicht gäbe. Ich glaube, viel eher beweisen zu können, dass sich die Zahl der armen Kinder verdoppelt hat, seitdem am 1. Januar 2005 Hartz IV eingeführt wurde. Weil, es gab am 31. Dezember 2004 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche in der Sozialhilfe. Und es gibt heute fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Hartz IV. Das heißt, die Zahl der von Armut Betroffenen hat sich seitdem erhöht, obwohl es weniger Kinder und Jugendliche heute aufgrund des demografischen Wandels gibt als damals. Das zeigt doch, dass diese Reformen für mehr Armut gesorgt haben. Das zu beweisen, ist leichter als den Rückgang der Arbeitslosigkeit darauf zurückzuführen.... (Auszug aus: Deutschlandradio Kultur 11.03.2017 Interview mit Christoph Butterwegge)


Kinderarmut in Japan besonders hoch - in einem reichen Land ?    UNICEF

Die von UNICEF hier veröffentlichten Zahlen zur Kinderarmut und Kindeswohl sind besonders für Japan erschreckend, einem Land mit einem immensen Reichtum in den Händen einer kleinen Elite; dort nehmen die "Suppenküchen" für hungernde Kinder rasant zu. Sammlung von Materialien von UNICEF hier.


Soziale Wohnprojekte werden von profitgetriebener Wohnungswirtschaft immer mehr verdrängt.

"Leute mit psychischen Beeinträchtigungen, Wohnungslose, Suchtkranke, Behinderte und andere wohnen einzeln oder in Gruppen und werden dabei von SozialarbeiterInnen begleitet. Ziel ist, sie irgendwann wieder in die Selbstständigkeit zu entlassen. Rund 6.000 Wohnungen nutzen soziale Träger dem Verband zufolge in Berlin für diese Zweck." [Aber] "die soziale Infrastruktur [leidet] zunehmend unter der Verdrängung... . Im Koalitionsvertrag [Berliner SPD/Grüne/Linke] heißt es, man wolle den Schutz von sozialen Einrichtungen in die Milieuschutzverordnungen verankern. Auch die Liegenschaftspolitik müsse dazu beitragen, dass „der rasant steigende Bedarf an sozialer Infrastruktur unter anderem für besondere Wohnformen und Unterbringungen befriedigt werden kann“. Dies könne etwa durch die Vergabe von Erbbaurechten an gemeinnützige Träger erfolgen." Die TAZ vom 10.01.2017 berichtet.


Jugendhilfe nur noch nach Kassenlage !?  Die SGB VIII Novelle verheißt nichts Gutes für Eltern- und Kinderrechte im Kinder- und Jugendhilfegesetz

Länder sollen in Zukunft selbst über „Art und Umfang“ von Leistungen der Jugendund
Behindertenhilfe entscheiden, nach Plänen von Finanzminister Schäuble. Das bedeutet nichts Gutes, warnen Kritiker, wie die TAZ vom 24.06.2016 berichtet.  

 

"(An)Forderungen an eine SGB VIII-Reform", so der Titel eines Fachtages der Linken im Bund am 27.06.2016 zur der angekündigten Reform des Kinder und Jugendhilferechts.


Der KINDERSCHUTZBUND fordert den BUNDESPRÄSIDENTEN auf, das Asylpaket II nicht zu unterschreiben, weil es den Familiennachzug von jungen Geflohenen torpediere.

(WK 01.03.2016) "Laut Hilgers verstoße das Asylpaket II nicht nur gegen internationale Abkommen, sondern auch gegen das Grundgesetz, das Ehe und Familie unter einen besonderen Schutz stellt." Eine Schande, dass die Bremer Regierung dem Paket im Bundesrat zugestimmt hat. Auf jeden Fall nicht in unserem Namen.


Der Sozialstaat als Erziehungsagentur - Prof. Stephan Lessenich

Auszug: "Vom wirtschaftlichen Handlungsfeld greift diese [neoliberale/neosoziale] Politik schrittweise auch auf andere gesellschaftliche Lebensbereiche, vom Erwerbssystem auch auf das Vor- und Nacherwerbsleben aus und über: die frühkindliche Erziehung wird zu einem prioritären Gegenstand einer langfristigen Sozialpolitik der Produktivkraftproduktion, die Jugendhilfe zum Ort der institutionellen Einübung in den marktzentrierten "Gebrauch der eigenen Kräfte"[Fabian Kessl, Der Gebrauch der eigenen Kräfte. Eine Gouvernementalität sozialer Arbeit, Weinheim 2005], die Nacherwerbsphase zum Bezugspunkt aktivistischer Anrufungen im Sinne der Ausweitung der produktiven Lebenszeit,[Vgl. Silke van Dyk et al., Vom "verdienten Ruhestand" zum "Alterskraftunternehmer"?] "lebenslanges Lernen" zur geradezu selbstverständlichen Auf- und Anforderung an jeden Einzelnen und jede Einzelne (und damit an "uns alle") – und wo die inhaltlichen wie zeitlichen Grenzen zwischen Arbeit und "Leben" (beziehungsweise "Nicht-Arbeit") verlaufen, dürfte mittlerweile kaum jemandem noch klar sein (und soll dies wohl auch nicht mehr)[Karin Gottschall/G. Günter Voß (Hrsg.), Entgrenzung von Arbeit und Leben. Zum Wandel der Beziehung von Erwerbstätigkeit und Privatsphäre im Alltag]. Der "Arbeitnehmer" hat als Sozialnorm ausgedient, das flexible, nach dem Pfadfinderprinzip agierende Marktsubjekt – "Allzeit bereit", "Selbst ist das Selbst", "Suche Deinen Weg!" – ist das neue gesellschaftliche Rollenmodell.

[...]

Was bedeutet dies aber für den Auftritt des Sozialstaats als "erziehungsberechtigte" oder jedenfalls – gegenwärtig im Sinne des Aktivbürgers als Produktivsubjekt – erziehungsbeabsichtigende gesellschaftliche Institution? Zum einen, dass man ihm analytisch nur gerecht wird, wenn man ihn auch in seiner basalen Sozialisations- und Erziehungsfunktion ernst nimmt: Mit einer mal mehr (Riester-Rente), mal weniger (Hartz-Gesetze) sanften Pädagogik der Marktvergesellschaftung trägt der Sozialstaat in seiner gegenwärtigen Gestalt zur marktgerechten Selbsterziehung der Leute und damit zur sozialen Praxis des alltäglich-subjektiven doing capitalism bei. Zum anderen lässt diese spezifische Perspektive auf den Sozialstaat zugleich auch die sozialen Grenzen seiner Intervention erkennen: Ob und wie die Menschen den institutionellen Erziehungsauftrag in ihrem Handeln annehmen und ausführen, abwandeln oder abweisen, ist keineswegs durch eine schicksalsvolle Macht vorgegeben und vorherbestimmt, sondern eine empirisch offene Frage des sozialen Alltagsgeschehens. Insofern ist nicht einmal auszuschließen, dass die selbsterklärt Erziehungsberechtigten am Ende von den zu Erziehenden erzogen werden."

 

Link zu dem vollständigen, von der BPB im Nov. 2011 online gestellten Artikels.


Diese Gesellschaft kann es sich nicht leisten, die sozialen Bereiche derart auszutrocknen.

"Die Geflüchteten, die jetzt nach Europa kommen, stellen faktisch das europäische Grenzregime in einer Art und Weise in Frage, wie es die Linke und entsprechende NGO’s in den letzten 20 Jahren nicht einmal in Ansätzen geschafft haben. Einen ähnlichen Ansatzpunkt für echte Veränderung könnte man auch für das Feld sozialer Infrastrukturen sehen. Durch die neuen Realitäten wird einfach klar: hier muss etwas passieren! Diese Gesellschaft kann es sich nicht leisten, die sozialen Bereiche derart auszutrocknen. Es gibt einen Handlungsbedarf, der einen politischen Gestaltungsspielraum öffnet. Allerdings müssen wir diesen auch aktiv wahrnehmen."

 

Auswertung der "UM-CARE REVOLUTION" Tagung Herbst 2015


Ehrenamt statt Sozialstaat? Kritik der Engagementpolitik - Claudia Pinl

Auszug: "Großstädte müssen sich seit Längerem der Herausforderung stellen, dass bis zu einem Viertel ihrer Bewohnerschaft aus armen Menschen besteht, Alleinerziehenden, Erwerbslosen, Migranten, Menschen mit Suchtproblemen. Mit Konzepten wie Quartiersmanagement und Sozialraumorientierung versuchen die Städte, die Lebensqualität in sozial benachteiligten Vierteln zu verbessern. Hauptamtliche Sozialraumkoordinatoren und -koordinatorinnen leisten der Bewohnerschaft Hilfe zur Selbsthilfe, etwa um ein Mieternetzwerk aufzubauen, Jugendzentren zu betreiben oder Deutschkurse für Mütter mit Migrationshintergrund zu organisieren. Die Bewohnerschaft bei der ehrenamtlich zu leistenden Selbsthilfe zu unterstützen, ist ein wichtiger Baustein in dem Bemühen, das Lebensumfeld in den Quartieren und das Selbstbewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern, kann aber auf Dauer kein Ersatz sein für fehlende existenzsichernde Erwerbsarbeit, bezahlbaren Wohnraum und bessere Bildungsangebote, kurz: für politische Lösungen der sozialen Problematik."

 

Link zu dem vollständigen, von der BPB im März 2015 online gestellten Artikels.


Warum es richtig ist, ein Recht auf Faulheit zu fordern

""Das Recht auf Faulheit will erarbeitet werden", schreibt Lessenich [Soziologie-Prof. an der LMU München] in seinem Vorwort für eine 2014 erschienene Neuauflage von Lafargues Streitschrift [Schwiegersohn von Karl Marx, Ende des 19. Jahrhunderts]. Aber kann, darf man das heutzutage noch fordern? "Man kann nicht nur, man muss, und zwar gerade jetzt eine Forderung stellen, die gegen den Zug der Zeit geht", sagt er. Seit zehn bis 15 Jahren erlebe die Gesellschaft einen "starken Produktivismus". Alles ziele darauf ab, die Ressourcen aller möglichst umfassend abzuschöpfen, sagt Lessenich im Jargon des Soziologen. Selbst die "jungen Älteren" würden als "Ressource entdeckt, die noch etwas leisten kann" und deren Leistungen gesellschaftlich ausgenutzt werden sollten, zumal sie vielleicht zu weiterem Wachstum beitragen könnten. In einer Gesellschaft, "die so gepolt ist auf Leistung, Ertrag und Wertschöpfung", sei die plakative Forderung Lafargues nach einem Recht auf Faulheit besonders wichtig.

"Wir produzieren jedes Quartal mehr und dennoch hat die soziale Ungleichheit gerade in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen", erläutert Lessenich. Je größer aber die soziale Ungleichheit sei, desto stärker sei der soziale Druck zu längeren Arbeitszeiten. Schließlich schiele jeder auf den Nachbarn und wolle gleichziehen, wenn der mehr besitzt."

 

Ausführlicher Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 15. Juli 2015


Arbeit. Armut. Würde.  Für eine Zukunft ohne Zumutungen!   Erklärung

Auszüge: Etwa 1,2 Millionen Menschen in Niedersachsen haben heute ein Einkommen
unterhalb der Armutsschwelle. ... Dieser Zustand ist ein gesellschaftlicher Skandal. Er darf nicht andauern. Aktuell erhält jedoch die Spaltung der Gesellschaft in Arm und Reich durch die
Flüchtlingssituation zusätzliche Brisanz....

Erschreckend ist die Lage der Arbeitslosen. Ihre Armutsgefährdung stieg von 50auf 58 Prozent, mehr als jeder zweite Arbeitslose lebt also in Armut. Niedersachsen braucht daher einen öffentlichen Beschäftigungssektor („sozialer Arbeitsmarkt“) für Langzeitarbeitslose mit fairen Bedingungen.
Langzeitarbeitslose sollten bei Kommunen und Wohlfahrtsverbänden auf freiwilliger Basis zu regulären, tariflichen Bedingungen beschäftigt werden....

Der Mindestlohn muss perspektivisch so gestaltet werden, dass er nicht in die Altersarmut führt. Um die Armutsgefährdung zu senken, muss die Politik aber auch den Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen stoppen. Außerdem brauchen wir dringend eine größere Tarifbindung der Unternehmen. Tarifverträge sind ein Schlüssel für bessere Löhne und Arbeitsbedingungen auch für Geringqualifizierte....

Es fehlt in vielen Regionen an gutem und bezahlbarem Wohnraum für alle Menschen in Niedersachsen. Der soziale Wohnungsbau muss entgegen dem Trend der letzten Jahre wieder deutlich ausgeweitet werden, um eine flächendeckende Wohnungsnot zu verhindern. Hier muss das Land auch direkt als Bauträger aktiv werden, wie das in Österreich der Fall ist. Dort setzt man die staatlichen Zuschüsse direkt zur Baufinanzierung ein, verzichtet auf teure Bankkredite und stellt die Projekte unter Gemeinnützigkeit....

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, zusätzliche Mittel einzusetzen, um Armut zu vermindern und mehr Menschen in die Gesellschaft zu integrieren.

 

Die Unterzeichner: Landesarmutskonferenz LAK Niedersachsen + Caritas in Niedersachsen, DGB Niedersachsen + Diakonie in Niedersachsen + GEW Hannover, SoVD Niedersachsen + ver.di Niedersachsen-Bremen, Hannover, 17. November 2015

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Erklärung "Armut, Arbeit, Würde" in ganzer Länge
Armut Arbeit Würde Erklärung Nov2015_Nie
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Für ein besseres Entgeltsystem in der Psychiatrie

Forderungen:

  • ein Entgeltsystem, in dem die PatientInnen und deren nachhaltige Gesundung im Mittelpunkt stehen und
  • nicht die Sparpolitik der Krankenkassen
  • nicht grundsätzliche Kostensenkung.

http://www.weg-mit-pepp.de/neuigkeiten/stellungnahme-von-pandora-e-v-gegen-die-einfuhrung-des-pepp-29-april-2014

 

PEPP (Pauschalisierendes Entgeltsystem Psychiatrie und Psychosomatik)


945 Jugendarreste wegen Schulverweigerung in Niedersachsen 2014

Eine äußerst alarmierende Zunahme der Lust am Strafen (Punitivität) kaschiert als "Pädagogik", denn lernwillig werden Kinder dadurch nicht, dass sie im Knast sitzen. Der Weserkurier vom 26.5.2015 berichtet: „20 bis 25 Prozent der 2014 vollstreckten Jugendarreste in Niedersachsen gehen auf Schuleschwänzen zurück“, so Alexander Wiemerslage, Sprecher der niedersächsischen SPD-Justizministerin, Antje Niewisch-Lennartz. 2014 sind das 945 Jugendarreste wegen Schulverweigerung.

Neugierigen und lernbegeisterten kleinen Kindern wird die Lust am Lernen in diesem Beschulungssystem systematisch ausgetrieben, in dem die Zurichtung auf den Arbeitsmarkt schon im 2. Lebensjahr zu beginnen scheint. Ursachen für "Lernunwilligkeit" (?) von Schulmeidern*innen in den gesellschaftlichen Verhältnissen, in den Zurichtungsmechanismen als "Humankapital", bzw. "Humanressource", in den auf Ware und Kunde reduzierten "Märkten" zu suchen, scheint in der aktuellen Pressekampagne (u.a. WK) keinen Platz zu haben. Eher dass das "familiäre Umfeld" Schuld sei.

Stattdesssen bekommt der BDA-Chef Kramer eine ganze Seite im Weserkurier am 20.7.2015, um über die gegenüber Hamburg angeblich weniger "leistungsorientierte" Bremer Schulpolitik herum zu schwadronieren. Ob ihm die 33% Kinderarmutsquote in Bremen schon mal zu Ohr kamen ? War er schon mal in Gröpelingen ? Wer ist wirklich verantwortlich für diese Verhältnisse ?


Filmische Dokumentation der 2. Berliner Arbeitstagung kritische Soziale Arbeit "Einmischen – Strategien und Gegenwehr" 10.-11.10.2014

"Einmischen – Strategien und Gegenwehr" 10.-11.10.2014 in Berlin

 

Ablauf der Tagung:


1. Tag: „Machtverhältnisse und Interessenskonflikte in der Sozialen Arbeit heute“ (Dagmar Paternoga (attac), „Was bedeutet „politisch sein“ in der Sozialen Arbeit?“ (Mechthild Seithe (Ufo) „Die Vier-in-Einem-Perspektive. Ein gesellschaftliches Gegenkonzept“ (Frigga Haug)

Der 2. Tag begann mit dem Vortrag „Raus aus der (Selbst-)Beschränkung!
Warum es wichtig ist, über den Tellerrand zu schauen“, Maren Schreier (AKS, BISA, BBSA).


Im Fokus der Tagung standen 12 Workshops, in denen Bedingungen der Sozialen Arbeit kritisch reflektiert und konkrete Ansätze der Gegenwehr zur Diskussion gestellt wurden. Darunter war auch ein workshop unseres Bremer Bündis´.

Inge Hannemann sprach die Abschlussworte: „Wo Verstöße gegen das Grundgesetz zu „Recht“ werden, wird Widerstand zur Pflicht!"


Pegida - Mehr Laizismus wagen !

Muslime wollen Gleichstellung, die christlichen Kirchen ihre Privilegien behalten. Die säkulare Mehrheit sollte jetzt für einen neuen Laizismus auf die Straße gehen.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-01/laizismus-pegida-religioese-gleichberechtigung

"Die Aussage, der islamische Terror missbrauche die Religion, sei zu kurz gedacht und verschweige etwas, findet Peter Meier-Hüsing. In seinem Radio Bremen Kommentar erklärt er, dass solange mit jahrhundertealten, religiösen Texten Realpolitik gemacht wird, die säkularen Werte der Aufklärung einen schweren Stand haben – bei Christen, Muslimen und Juden."..."Denn natürlich ist die Geschichte des Islam auch eine gewalttätige, eine blutige. Genau wie die des Christentums. Es ist noch nicht so lange her, dass im Namen des Kreuzes Ketzer, Heiden, Hexen und Ungläubige massakriert und zwangsbeglückt wurden. Und welche Urstände christlicher Fundamentalismus auch heute noch feiert, kann man immer wieder in der amerikanischen Tagespolitik staunend zur Kenntnis nehmen, Stichwort "Keine Evolutionslehre im Schulunterricht."

http://www.radiobremen.de/nordwestradio/charliekommentar100.html

 

Erzieherinnen fordern Konsequenzen für Bremer Pastor, der sich abfällig über andere Religionen äußerte.

Mitarbeiter aus evangelischen Kindergärten in Bremen haben disziplinarrechtliche Schritte gegen Pastor Latzel gefordert. 170 Mitarbeiter haben eine entsprechende Forderung an die Bremische Evangelische Kirche unterschrieben. Vor anderthalb Wochen hatte sich der Pastor der St.-Martini-Gemeinde in einer Predigt abfällig über andere Religionen geäußert.

http://www.radiobremen.de/nachrichten/gesellschaft/kita-mitarbeiter-entsetzt100.html

Einige Geistliche stellen sich hinter Pastor Olaf Latzel

Der Weserkurier vom 6.2.2015  berichtet über Latzel und eine bundesweite Initiative gegen eine „Verwässerung der christlichen Botschaft“.

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-stadtreport_artikel,-Rueckhalt-fuer-Pastor-Olaf-Latzel-_arid,1050516.html


Untersuchungsausschuss Yagmur (Tod des Mädchens in Hamburg) Abschlussberichte

Dr. Neuffer, Professor für Soziale Arbeit an der HAW in Hamburg, sagt zu den "Ergebnissen" des Untersuchungsausschusses am 17.12.2014 : „Die Empfehlungen des PUA, soweit man sie fachlich vertreten kann, hätte ein Fachgremium an einem Nachmittag vorlegen können. Dazu benötigt man keinen 500seitigen Bericht und Befragungen. Der PUA hat kaum neue Erkenntnisse für den Kinderschutz in Hamburg gebracht.“

Der offizielle Abschlussbericht mit seinen 500 Seiten ist über die Hamburger Sozialbehörde beziehbar. Wir stellen hier Prof. Neuffers Stellungnahme und nachfolgend den sehr guten "Minderheitenbericht" der Linksfraktion im PUA Yagmur, der in der Öffentlichkeit verschwiegen wird,  zum Download bereit.
 

Download
Stellungnahme von Prof. Neuffer HAW Hamburg zum Abschlussbericht des PUA Yagmur.
Prof. Neuffer_PUA Yagmur - fachliche Ste
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Download
Minderheitenbericht der Linken im PUA Yagmur in Hamburg 19.12.2014
Minderheitenbericht_PUA Yagmur_LINKE_ Ha
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Stufenvollzug - Geschlossene Unterbringung - Kampagne AKS-Gruppen

Aufruf zu bundesweiter Kampagne für die Verwirklichung der UN Kinderrechts-Konvention statt Überwachen und Erniedrigen in den Grauzonen der Hilfen zur Erziehung! link 

Manfred Kappeler zieht aus den Runden Tischen Heimerziehung in West und Ost folgendes Fazit: „Zuerst das Positive: der Kampf der ehemaligen Heimkinder und ihrer UnterstützerInnen hat sich gelohnt und lohnt sich immer noch, weil das jahrzehntelange Schweigen über die Gewalt, der Kinder und Jugendliche in der Heimerziehung ausgesetzt waren, gebrochen werden konnte…..

Nun das Negative: Die Jugendhilfe hat sich im Ganzen ihrer Vergangenheitsschuld nicht gestellt. Das bedeutet auch, dass die Chance, aus der kritischen Selbstreflexion der ‚dunklen Seite‘ ihrer Geschichte für die Gegenwart und für die Zukunft zu lernen, weitgehend nicht genutzt hat. Die in vielen Bundesländern wieder praktizierte ‚geschlossene Unterbringung‘ von wieder als ‚verwahrlost und schwersterziehbar‘ definierten Kindern und Jugendlichen ist ein Beispiel dafür“ (2013:30).

Dass aus Heimkarrieren unter den Vorgaben des KJHG/SGB VIII Maßnahmen-Karrieren geworden sind, ist bekannt. Bekannt ist auch, dass am Ende beider Karrieren die geschlossene Unterbringung stand und steht. Sah es in den achtziger Jahren so aus, als würde die die geschlossene Unterbringung insgesamt abgeschafft und sah das neue KJHG dieses Instrument ausdrücklich nicht  vor, so hat sich die Zahl der geschlossenen Unterbringungsplätze in den letzten 20 Jahren von ca. 125 auf knapp 400 mehr als verdreifacht. Nach der tendenziell positiven Evaluation dieser Einschließung im Namen des Kindeswohls durch das DJI und der erst vorsichtigen (11. KJB 2001:239f.) und dann entschiedenen Befürwortung geschlossener Unterbringung als Hilfe zur Erziehung (14. KJB 2013:349f.) ist mit einer weiteren Steigerung der Plätze sowie einer weiteren öffentlichen Akzeptanz dieser Ausschließung zu rechnen.


"Kritik ist eine Haltung - gegenüber dieser ganzen Gesellschaft". Radiointerview mit Timm Kunstreich zu der (Un)Möglichkeit Kritischer Sozialer Arbeit. Ökonomisierungsprozesse sind in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens zu beobachten und auch die Soziale Arbeit ist von diesem Phänomen nicht ausgenommen. Zwar wird im universitären Rahmen oft der Begriff der "Kritik" in den Mund genommen, wenn es darum geht die Soziale Arbeit und ihre Entwicklung zu betrachten, doch kommt diese Kritik meist ohne eine allzu deutliche Bezugnahme auf wirtschaftliche Bedingungen aus. Timm Kunstreich, Sozialwissenschaftler und Redakteur der sozialistischen Zeitschrift "Widersprüche".                                                           http://www.freie-radios.net/74714


Breites Hamburger Bündnis demonstriert für einen Ausbau der öffentlichen Daseinsvorsorge

Viele Menschen in Hamburg sind bei der Arbeit, ehrenamtlich und auch politisch für ein solidarisches Gemeinwesen aktiv. Damit Soziales, Kultur, Bildung, Wissenschaft, Gesundheit und weitere öffentliche Dienste für alle menschenwürdig ausgebaut werden können, müssen diese Bereiche aber endlich bedarfsgemäß staatlich finanziert werden.
Als Bündnis rufen wir dazu auf, aus den vielfältigen Aktivitäten eine gemeinsame Bewegung zu machen:
Denn die Bewegung für mehr Qualität in den KiTas und gebührenfreie Bildung, neu erkämpfte Reallohnsteigerungen, Aktionen gegen Arbeitsverdichtung und für mehr Personal im Gesundheitssektor, aufklärend eingreifende Theater, wiederauflebende Museen, Solidarität mit Flüchtlingen, das Engagement für die Rekommunalisierung oder für ein Recht auf guten Wohnraum wirken mit derselben Richtung:
Hinaus aus der Krise – hin zu einem solidarischen Hamburg!

 

Entgegen der Behauptungen von Politik und Wirtschaft hat Hamburg kein Schulden- sondern ein Verteilungsproblem: Hier leben z.B. 42.000 Millionäre und elf Milliardäre und gleichzeitig sind Armut, Erwerbslosigkeit, Wohnungsnot und Bildungsbarrieren ungelöste Probleme. Es ist also möglich und nötig, durch steuerliche Umverteilung von privatem Reichtum und Gewinnen in die öffentliche Hand, die soziale und kulturelle Teilhabe aller Menschen zu ermöglichen und zu verbessern.
„Sie [Die Freie und Hansestadt Hamburg] will im Geiste des Friedens eine Mittlerin zwischen allen Erdteilen und Völkern der Welt sein. Durch Förderung und Lenkung befähigt sie ihre Wirtschaft zur Erfüllung dieser Aufgaben und zur Deckung des wirtschaftlichen Bedarfs aller. […] Um die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichberechtigung zu verwirklichen, verbindet sich die politische Demokratie mit den Ideen der wirtschaftlichen Demokratie.“
(Aus der Präambel der Hamburger Verfassung)
Frieden, soziale Wohlfahrt und umfassende Demokratie sind Maßstäbe der Hamburger Verfassung. Sie müssen eingelöst werden. Im Zuge der anstehenden Haushaltsverhandlungen in der Bürgerschaft wollen wir dies einfordern. Die Solidarität der Bevölkerung und der unterschiedlichen öffentlichen Bereiche kann die Politik des Teile und Herrsche
überwinden. Dafür gehen wir am 11.11.2014 gemeinsam – mit vielen Laternen – auf die Straße: Bringen wir Licht ins Dunkel! Wir rufen auf zu einer Demo...
… für gute Arbeit und ihre Ausfinanzierung
… gegen die Ökonomisierung der sozialen Arbeit und für die Stärkung der Daseinsvorsorge
… gegen Armut und für eine gleichberechtigte Teilhabe aller
… für Kultur für Alle als Ausdruck lebendiger Demokratie
… für Bildung für Alle von der Kita über Schulen und Hochschulen bis zur Weiterbildung
… für menschenwürdiges Wohnen – gerade auch für Menschen mit niedrigem Einkommen
… für Gesundheit für alle ohne Orientierung auf Gewinne
… für Mobilität als Grundrecht – bezahlbar und ausreichend angeboten
… für Umverteilung des gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums: Durch eine gerechte Steuerpolitik kann der sozialen Spaltung entgegen gewirkt und die Arbeit an besseren Lebensbedingungen für alle befördert werden.    Link zu einem MOPO Artikel, der über die Demo berichtet.


 

 

Link zum fetzigen Demo-Trailer des Unabhängigen Forum UFO Berlin  

https://www.youtube.com/watch?v=lVbbwx5oiUA

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Stellungnahme von Prof. Neuffer (Hamburg) zu den kritikwürdigen Umsteuerung im Kinderschutz_ Faltblatt verdi
Kinderschutzaktionen+Tagung_29.4.2014_ve
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Die ambulante Hilfe zur Erziehung (HzE) - Plädoyer für ...

Die Politik kritisiert die Kosten und sucht nach Wegen, die Hilfen zur Erziehung trotz des bestehenden Rechtsanspruches besser steuern zu können. Sie betont die angeblich hohe Qualität und beschränkt sich auf die Einschätzung, dass jedoch von eben dieser guten Hilfe zur Erziehung zu viel vorhanden sei.

 Aber selbst da, wo Politik inhaltliche Kritikpunkte an der ambulanten Hilfe zur Erziehung äußert, nennt sie keine Gründe dafür, dass die ambulanten Hilfen sich so problematisch entwickelt haben. Dass die Gründe bei den eigenen Steuerungsbemühungen liegen könnten (z.B. beim systematischen Abbau von Infrastrukturangeboten in den Stadtteilen in den letzten 10 Jahren), wird tabuisiert. Die Abweichungen der derzeitigen Hilfen zur Erziehung vom Konzept der Hilfe nach KJHG werden nicht wahrgenommen bzw. werden verschwiegen. Dass z.B. HzE heute nur noch im Kontext einer Kindeswohlgefährdung in Frage zu kommen scheint, widerspricht eindeutig den Absichten und Festlegungen des Gesetzes. Auch das wird weder problematisiert noch thematisiert. Vielmehr werden die Schuldigen für Fehlentwicklungen bei den freien Trägern gefunden, die der Versuchung erliegen würden, eigentlich abgeschlossene Fälle aufrecht zu erhalten und unnötig zu verlängern, oder bei den Mitarbeiterinnen, die nicht effizient arbeiten würden.

Aus diesem Grund werden hier (Anlage pdf) zunächst die Hintergründe für die gegenwärtigen Fehlentwicklungen in der Kinder- und Jugendhilfe dargestellt und danach wird auf die direkten Folgen in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe eingegangen.

Gekürzter Auszug aus im Budrich Verlag erscheinenden Buch: Plädoyer für eine umstrittenes Konzept der Sozialen Arbeit: Die ambulante Hilfe zur Erziehung (Heintz/Seithe) , über die Verlagsseite kostenlos downloadbar.

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Zur aktuellen Lage der Hilfen zur Erzieh
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Link zum Budrich-Verlag, wo das Buch von Mechthild Seithe kostenlos runtergeladen werden kann. Suchen nach Titel:

Ambulante Hilfe zur Erziehung und Sozialraumorientierung
Plädoyer für ein umstrittenes Konzept der Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten der Nützlichkeitsideologie


Bericht zur Tagung in Emden 12.-14.6.2014: Widerstand gegen die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit, der Pädagogik und des Gesundheitsbereichs – WAS TUN?!

Darin zu einem Vortrag von Norbert Wohlfahrt:

„Zum einen ist die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit eng verbunden mit der Erfindung des Begriffs der „sozialen Märkte“. Erklärte man die sozialen Bereiche zu Märkten, so waren Forderungen nach der Öffnung dieser bislang geschlossenen Märkte für private Unternehmen mit dem Interesse der Gewinnerzielung die logische Konsequenz. Es kam zu einer betriebswirtschaftlichen Neuorganisation sozialer Dienstleistungen mit allen negativen Folgen.

Das betraf und betrifft nicht nur die privaten Unternehmen, die nun zu Erbringung sozialer Dienstleistungen zugelassen sind. Dieser Wandel betrifft auch die großen Wohlfahrtsverbände und ihre Mitglieder.

Zum anderen hängt die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit eng mit der Unterordnung der sozialstaatlichen Ziele unter die Interessen des (Kapital)Marktes zusammen. Die durch den Markt produzierten Problemlagen sollen, so Wohlfahrt, durch den Sozialstaat kompensiert werden. Sie sollen aber nur soweit kompensiert werden, dass die entstandenen sozialen Probleme den Markt nicht stören können, oder besser noch, soweit die Kompensation bzw. die Reparatur der Problemlagen die Wachstumsbestrebungen des Marktes befördern. Die Individuen haben keinen Wert für sich. Sie sollen funktionieren im immer währenden Konkurrenzkampf. Der Beruf des Sozialarbeiters, so ist mein Eindruck, wird vor diesem Hintergrund zum Beruf eines Sozialtrainers. Wer marktkonforme „Sozialkompetenzen“ nicht selber erlernen kann ist zu dressieren. Wer solche Dressur ablehnt oder sabotiert ist zu sanktionieren bis er sich unterwirft und sich doch trainieren lässt.“

Die Tagungsergebnisse sind unter folgendem link der Hochschule Emden/Leer zu finden.

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Bieritz-Harder_Tagungsbericht_Emden_Mai2
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Die Ökonomisierung sozialer Dienste – Auswirkungen auf Beruf und Berufsvollzüge Norbert Wohlfahrt
Wohlfahrt_Folgen_der_Oekonomisierung_ Ju
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Mechthild Seithe: Politischer Widerstand in der Sozialen Arbeit in Zeiten des Neoliberalismus
Seithe_Vortrag_Emden Juni 2014.pdf
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Kundgebung in Berlin 30. April 9:00 Die Kollegen*innen in den Jugendämtern fordern Fallzahlbegrenzung (28 pro Vollzeitstelle) und Höhergruppierung auf E 10 (TVL)

ver.di kritisiert riskante Kürzungspolitik beim Kinderschutz in Berlin

28.04.2014 Fachveranstaltung und Demo:

Die enorme Arbeitsbelastung und –Überlastung beim Kinderschutz und den Jugendämtern in Berlin ist nach wie vor ein sehr drängendes Thema. Der jahrelange Personalabbau hatte eine drastische Arbeitsverdichtung zur Folge. Die rund 350 Beschäftigten, die bei den Bezirksämtern tätig sind, bearbeiten zurzeit 70 oder auch deutlich mehr Fälle. Experten sind sich darüber einig, dass die Obergrenze bei 28 Fällen liegen müsste, damit die Bearbeiter/innen ihren Aufgaben in einem geordneten Rahmen nachkommen können. 

Die Arbeitsbedingungen, eine angemessene Bezahlung und eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit stehen im Mittelpunkt von zwei Veranstaltungen, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) am kommenden Dienstag und Mittwoch in Berlin organisiert.

Am Dienstag, dem 29. April 2014 findet daher ab 17.00 Uhr im Haus der ver.di-Bundesverwaltung, Raum Aida eine Veranstaltung zum Thema „Fallzahlen 70+? Wir garantieren für nichts mehr!“ statt. Am darauffolgenden Mittwoch, dem 30. April 2014 werden ab 9.00 Uhr Beschäftigte vor der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft (Bernhard-Weiss-Str. 6, 10178 Berlin) unter dem Motto „Kinderschutz braucht Zeit und Geld“ demonstrieren. 

„Die Verantwortung der Beschäftigten, die bei den Bezirksämtern angesiedelt sind, hat in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. ver.di fordert daher, die Zahl der Beschäftigten, die in diesem Bereich tätig sind, zu verdoppeln, damit die öffentliche Hand ihren Aufgaben überhaupt noch gerecht werden kann“, sagt Werner Roepke, ver.di-Fachbereichsleiter Gemeinden. Das Personal reicht schon lange nicht mehr aus, um die Arbeit in der erforderlichen Qualität erledigen zu können. Die Fallzahlen pro Bearbeiter/in sind viel zu hoch. „Die politisch Verantwortlichen nehmen in Kauf, dass die Sparmaßnahmen beim Kinderschutz gravierende Folgen für Betroffene haben können. Nur deswegen, weil viele engagierte Mitarbeiter/innen sich verpflichtet fühlen, Mehrarbeit zu leisten, konnte bisher die Arbeit aufrecht erhalten werden“, so Werner Roepke. Die permanente Überlastungssituation macht krank und daraus resultieren Fehlzeiten, wodurch sich die angespannte Lage wiederum verschlechtert. 

Bedingt durch die jahrelange Nicht-Besetzung von Stellen im öffentlichen Dienst fehlt der jüngere Nachwuchs, der Altersdurchschnitt der Beschäftigten steigt bedenklich an. 

Land unter - S O S Jugendhilfe Berlin - Fahnen und Transparente

Am Dienstag, den 17.12.2013 um 10.00 wurden weiße Fahnen und Transparente aus den Fenstern der Berliner Jugendämter gehängt!       Demonstriert wurde am 13.12.2013.

Die Situation sowohl für die Mitarbeiter_innen, als auch für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und Eltern ist zuweilen dramatisch. Zu den Öffnungszeiten im RSD findet man verschlossene Türen, dringende Gespräche und Entscheidungen müssen vertagt werden, von präventiver Arbeit kann schon lange keine Rede sein! Es fehlt hinten und vorne die Zeit um die wichtigsten Aufgaben erledigen zu können. Der Mangel an Personal und Zeit macht sich unmittelbar bemerkbar: Kinder und Jugendliche, die sowieso schon schwierigen Situationen/ Krisen/ Gewalt/ oder Missachtung erlebt haben, finden nicht die Beachtung, die Aufmerksamkeit und Hilfe, die sie so dringend brauchen! Gute Entscheidungen können nur gemeinsam - mit den Familien - besprochen und umgesetzt werden. Hauruck-Aktionen gehen zwar schnell (und müssen unter bestimmten Umständen z.B. bei Gefahr auch mal sein) aber sind nicht nachhaltig, wenn sie nicht erklärt, besprochen und abgestimmt werden können. Ein Vertrauensaufbau braucht Zeit für Gespräche, Klärung und einen ermutigenden Blick in die Zukunft. Diese Zeit fehlt - und so gibt es meist nur schnelle+"einfache", "preiswerte" Entscheidungen, die den Familien nicht weiter helfen - oder im nachhinein betrachtet sogar schaden. Die Berliner Jugendhilfe insgesamt befindet sich in einer Krise! link


Gründung eines bemerkenswert breiten und kritischen „Bündnis´ gegen Rotstift“ in Hamburg mit Auftaktkonferenz am 10.4.2014

 

Eine Politik, die sich an den Interessen der Menschen orientiert, ist notwendig! Das müssen wir gemeinsam in die Hand nehmen!

Hamburg ist eine reiche Stadt in einem reichen Kontinent. Auch in den letzten Jahrzehnten ist die Produktivität und Kreativität der Gesellschaft enorm gewachsen. Doch anstatt diese Möglichkeit für das Allgemeinwohl Aller zu nutzen, ist von allen Bundesregierungen sowie vom jeweiligen Hamburger Senat eine Politik der Umverteilung von Unten nach Oben verfolgt worden. Damit wurden die Interessen der gewinngrößten Unternehmen und Banken bedient. Ein umfassende soziale sowie ökonomische Krise war und ist die Folge.

 

Weil diese mit strenger Fiskalpolitik (Rotstift!) in EU, Bund und Ländern verschärft und verschleppt wird, steigt der private Reichtum weiter. Gleichzeitig wächst die öffentliche und die Armut ausgegrenzter, nicht „profitabler“ Bevölkerungsgruppen weiter (Betroffene von Burn-Out, Langzeiterwerbslose, Süchtige, Wohnungslose, behinderte Menschen, Alleinerziehende, Flüchtlinge, alte Menschen, Kinder etc. ).

 

Dazu beigetragen hat unter anderem die Senkung des Spitzensteuersatzes von 53% auf 42% genauso wie die Halbierung der Unternehmenssteuersätze zwischen 1997 und 2009. Letztere würden in alter Höhe heutzutage allein 80 Mrd Euro pro Jahr mehr in die öffentlichen Kassen spülen. Beides wird durch die große Koalition in Berlin und den Senat in Hamburg  gegen die Kritik durch eine wachsende soziale Bewegung verteidigt.

 

Es wird von Steuererhöhungen für Spitzenverdiener zur Verbesserung der Einnahmesituation der öffent-lichen Kassen abgesehen, die drastischen Kürzun-gen der Förderung von Arbeitslosen soll nicht zu-rückgenommen werden, ManagerInnengehälter wer-den nicht begrenzt … bei angezogener „Schuldenbremse“ ist dies eine Fortsetzung der Po-litik der vergangenen Jahre.

Ist der „Rotstift“ alternativlos?  Nein! Schuldenbremse knacken - Krisenlösung von unten! 

Geld ist genug da. Wir müssen es aber anders verteilen. Eine der Aufgaben, die die aktuelle Krisensituation an uns stellt, ist es herrschende Politik der Verhinderung zu durchbrechen.

Einzelne Tarifkämpfe (z.B. im Öffentlichen Dienst, in der Kinderbetreuung, bei Volkshochschulen oder staatlichen Musikschulen) haben einen höheren Abschluss erzielen können, als mit der Schuldenbremse möglich wäre. Einzelne Rekommunalisierungsprojekte wurden erfolgreich erkämpft. Breiter gesellschaftlicher Protest zwang den Senat die Kita- und Studiengebühren zurückzunehmen.

 

Aus den Vorverhandlungen im Senat zur Haushaltsplanung 2014/15 wird daher verlautbart, dass die Hamburger SPD erwägen muss, die selbst auferlegte Schuldenbremse nicht einzuhalten.

Diese gegen die Schuldenideologie erkämpften Erfolge machen uns Mut für die zukünftigen Auseinandersetzungen! 

 

Wir möchten ein Hamburg zeigen, das nicht auf den privaten Profit einiger Weniger ausgerichtet ist, sondern die kulturellen Bedürfnisse und die sozialen Interessen der Bevölkerung ins Zentrum stellt.


"Jobcenter" als Orte der Entwertung und Entwürdigung von Menschen - Schluss damit !

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Unabhängige wissenschaftliche Untersuchung zur Erforschung der Ursachen und Auswirkungen von (HartzIV)Sanktionen nach § 31 SGB II und nach dem SGB III in NRW
Studie zu HartzIV Sanktionen_NRW 2013.pd
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Interessengemeinschaft offene Kinder- und Jugendarbeit Leipzig

Tolle WEB-Seite einer Intitiative für den Erhalt der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Leipzig, mit Teilerfolg in ihrem Kampf: http://protest-leipzig.de/


Stellungnahme 14. Kinder- und Jugendbericht von Prof. Mechthild Seithe

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Seithe-Kritik-des-14.-Kinder-und-Jugendb
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Land unter im Allg. Sozialen Dienst Hamburg - Professor klagt Sozialbehörde an.

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Fallzahlen in den ASDs verdiFlyer.pdf
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Längere ARTE-Doku nach dem Tod von Chantal in Hamburg


Evangelische Kirche Berlin und Gewerkschaften schließen neuen Tarifvertrag ab

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) hat mit den Gewerkschaften GEW, der kirchlichen Gewerkschaft GKD und ver.di einen neuen Tarifvertrag über das Arbeitsrecht für die Beschäftigten der Landeskirche ausgehandelt. Damit ist sie neben der früheren Nordelbischen Kirche die einzige Landeskirche mit einem Tarifvertrag. Der 6. TV-EKBO-Änderungstarifvertrag zum Tarifvertrag der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (TV-EKBO) sowie der 3. Änderungstarifvertrag zum Überleitungstarifvertrag für die EKBO (TVÜ-EKBO) wurden in Berlin öffentlich unterzeichnet. Sie treten zum 1. September 2013 in Kraft.

Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN: „Es war kein einfacher Weg und wir haben viel Zeit und Kraft gebraucht, um die Eingruppierung der kirchlichen Mitarbeiter/innen auf eine neue Grundlage zu stellen. Dieser gute Kompromiss im Interesse unserer Mitglieder ist nur deshalb gelungen, weil ehrenamtliche Kolleginnen/Kollegen die Verhandlungen unterstützt haben und es auf beiden Seiten des Verhandlungstisches den ernsthaften Willen zu Einigung gab. Und wir hoffen, dass uns das auch in den demnächst beginnenden Verhandlungen über eine Erhöhung der Entgelte für die kirchlichen Mitarbeiter/innen gelingen wird.“

Georg Güttner-Mayer von der ver.di Bundesverwaltung betont: „Die 30-jährige Geschichte des TV EKBO und seiner Vorläufer beweist, dass Tarifverträge auch bei Kirchen und ihren Einrichtungen die angemessene Form von Sozialpartnerschaft ist. Daher ist es aus meiner Sicht an der Zeit, dass dieses Modell auch für die Beschäftigten in der Diakonie zur Anwendung kommt.“


Zwangsschlichtung in der Caritas Dezember 2013

Zwangsschlichtung in der Caritas für Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und neue Bundesländer. Die Mitarbeiterseite blieb dieser Veranstaltung fern. Ein Beispiel wie der Dritte Weg im Konfliktfall funktioniert, liefert die katholische Kirche und ihre Caritas zum Jahresende. Ohne jegliche Beteiligung der Mitarbeiterseite - mit Gewerkschaften wird ohnehin nicht verhandelt - legte eine "Schlichtungskommission" ein sogenanntes Tarifergebnis fest.


Der Rettungsschirm für Gesundheit und Soziales ist endlich fällig

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Am 19. März zum Internationalen Tag der Sozialen Arbeit demonstrierten viele Sozialarbeiter_innen in Berlin.

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Rede von Jessica Ebert am 19.3.13 zum Thema: Arbeitsbedingungen in den Einzelfallhilfen (HZE)
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Solidaritätserklärung des jungen DBSH Berlin zum 19.3.
Solidaritätserklärung junger DBSH_19.03.
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verdi flyer zu der Demo
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Die Agenda 2010 – Begründung und Legitimationsbasis für eine unsoziale Politik
Eine Stellungnahme von Prof. Christoph Butterwege vom 13.3.13 aus traurigem 10-jährigem Anlass.
Butterwege_ Die Agenda 2010 _Begruendung
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Einheitlicher Tarifvertrag Soziale Dienste ist machbar

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TV Soziales 2012-11_Fakten.pdf
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"Repolitisierung und sozialpolitische Einmischung Sozialer Arbeit" , 8. Bundeskongress Soziale Arbeit Hamburg 2012, Prof. Dr. Mechthild Seithe

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Vortrag Seithe BUKO HH Sept. 2012.pdf
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Vortrag von Silvia Staub-Bernasconi, Bundeskongress Soziale Arbeit vom 13.-16. September 2012

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Fachpolitische Positionierung und Einmis
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Video: Tagung unserer Berliner Freunde, 17. Juni 2011 mit Mechthild Seithe und vielen Anderen unter folgendem link


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verdi: Ohne soziale Arbeit kein Sozialstaat. Broschüre vom Fachtag am 13_06_2012
verdi Ohne_soziale_Arbeit_kein_Sozialsta
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Der ASD zwischen Ökonomisierung und Fachlichkeit

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Der-Allgemeine-Soziale-Dienst-Zwischen-O
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Höherstufung auf EntgeltGruppe EG 10 (TV-L) für ASD-KollegInnen in Hamburg 

Lang genug hat´s gedauert: Nach 7 Jahren Kampf wurde die Höhergruppierung in Hamburg zum 1.1.2012 erkämpft. Für die gleiche Arbeit werden die Bremer KollegInnen des AFSD noch immer mit Lohngruppe 9 abgespeist. Das "Betteln" beim Bremer Sozialsenat und die vom Arbeitgeber selbst durchgeführte Arbeitsplatzüberprüfung konnte keine Höhergruppierung erzwingen. Höchste Zeit sich zu regen, denn auch im niedersächsischen Umland verdienen die Kollegen mehr. Sie sind besser eingruppiert (im TVöD SuE). Eine Höherstufung kann nur mit einer deutlichen Kraftanstrengung der Kollegen_innen selber, u.a. mit einem höheren Organisationsgrad in den Gewerkschaften gelingen.

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Geschafft-E10-fr-den-ASD-2013-Infoblatt-
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Prekäre Arbeitsverhältnisse von Tagesmüttern

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- Die Einzelkämpferin - Die Zeit Online
Eine selbständige Tagesmutter berichtet.
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Kommunalfinanzen

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Zur Lage der Kommunalfinanzen und ihre Auswirkungen auf die Sozial-, Kinder- und Jugendhilfe
In diesem Heft werden Zusammenhänge geschildert, sowie Daten und Fakten rund um die Jugendhilfe, insbesondere den Hilfen zur Erziehung gegeben.
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Diskurs "Hammer" und "Seithe"

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Beitrag von Dr. Wolfgang Hammer aus der Neuen Praxis 5/2011
Neue Praxis oder Paradigmenwechsel?
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Alter Wein in schlechten Schläuchen ist auch nicht besser als neuer Wein in schlechten Schläuchen! - Mechthild Seithe
Eine Antwort auf den Beitrag von Dr. Wolfgang Hammer in der Neuen Praxis 5/2011.
alter Wein in schlechten Schläuchen - Me
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Ein statistischer Blick auf die Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe

Entwicklung der Hilfen zur Erziehung bis 2014 , der sog. "Monitor HzE". AKJ Stat im Forschungsverbund TU Dortmund und Deutsches Jugendinstitut hier zum Download.


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Hilfen zur Erziehung (HzE), Entwicklung bis 2012 in Deutschland
Kommentierte Statistik der HzE nach Jahren (10 Jahre), Alter, Geschlecht. Bundesland usw.
Monitor_HzE_2012.pdf
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„2012: Jugendämter führten 107.000 Gefährdungseinschätzungen für Kinder durch"
Erstmalig wurden Ergebnisse einer bundesweit flächendeckenden Erhebung über dieses wichtige Instrument der kommunalen Jugendbehörden im Kinderschutz veröffentlicht. Auf der Grundlage dieser ersten Ergebnisse zu den Gefährdungseinschätzungen der Jugendämter werden im Folgenden ausgewählte empirische Hinweise vorgestellt und kommentiert.
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Kinder und Jugendhilfe - Personalentwicklung von der 1970er Jahren bis heute
KomDat Heft_2012_01.pdf
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Warum Steigen die Hilfen zur Erziehung?
Ab der dritten Seite in diesem Heft wird auf die Hilfen zur Erziehung eingegangen.
Kom_Dat_Heft_3_2011.pdf
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