Europäische Austeritätspolitik unter deutscher Führung hat die griechische Wirtschaft um 25% einbrechen lassen. Mittlerweile leben mehr als 40 Prozent aller griechischen Minderjährigen in Armut. Kinder werden in der Not sogar in SOS-Kinderdörfern abgegeben.

"In Griechenland leben ungefähr 1,9 Millionen Kinder und Jugendliche. Seit 2008 hat sich die Kinderarmutsrate mehr als verdoppelt. Mittlerweile leben mehr als 40 Prozent aller griechischen Minderjährigen in Armut. Das bestätigt auch das Kinderhilfswerk in seiner Unicef Report-Card zur Ungleichheit in den Industrieländern vom Frühjahr 2016. Die Daten der Report-Card beschreiben, wie stark die am stärksten benachteiligten Kinder hinter dem europäischen Durchschnitt wie bei Einkommen, Bildung oder Ernährung zurückgelassen werden. „Die Lebensverhältnisse der ärmsten Kinder haben sich während der Krise in Griechenland stark verschlechtert“, sagt die Unicef-Sprecherin Katharina Kesper." Weserkurier vom 27.11.2016


Rede von Yanis Varoufakis auf Einladung der Hans Böckler Stiftung 8.6.15


Varoufakis im Fersehinterview (deutsch-übers., Phoenix am 20.08.2015)

Im Interview (ausgestrahlt am 20.8.15 im Phoenix-Fernsehkanal) erläutert der ehemalige griechische Finanzminister Yanis Varoufakis die langwierigen Verhandlungen mit den Geldgebern und sein politisches Verhältnis zum deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU).


Yanis Varoufakis Das Euro-Paradox

Im Herzen der Krise, die Europa derzeit zu zerreißen droht, steht ein Paradox. Nicht die Kluft zwischen den wirtschaftlich starken Ländern des Nordens und den laxen Ökonomien des Südens oder die Einwanderung treiben die Spaltung voran, sondern – absurd genug – die gemeinsame Währung, der Euro. Warum? Analytisch brillant und fesselnd lenkt Yanis Varoufakis den Blick zurück auf die hochdramatischen wirtschaftspolitischen Wendepunkte des 20. Jahrhunderts: von der Aufkündigung von "Bretton Woods" 1971 über die Machtkämpfe zwischen Deutschland und Frankreich um Dominanz in der Eurozone bis zu den fatalen Folgen des Börsencrashs von 2008. Dass die Europäische Union als Bürokratie-Konglomerat im Dienste der Großindustrie entstand, ist kein Zufall; dass ihrer Währung demokratische Kontrollmechanismen fehlen, dagegen eine Katastrophe.

Seit Amerika seine Rolle als Stabilisator der Weltwirtschaft nicht mehr spielt, zeitigen die Konstruktionsfehler des Euro immer dramatischere Folgen. Sollen auch in Zukunft die Schwächsten den Preis für die Fehler der Banker zahlen? Ein neues politisches Konzept ist nötig, um die Krise zu lösen und die europäische Idee zu retten.