Wie kann eine Kita-, Schul-, und Arbeitswelt aussehen, die sich nach den Bedürfnissen von Familien und Kindern richtet und nicht nach den Interessen einer "Wirtschaft", die Reiche reicher macht ?

Hier geht es darum, dass Kinder als das schwächste Glied einer Kette auf drastische Weise die Folgen einer neoliberalen Ausrichtung einer ganzen Gesellschaft spüren müssen. Irgendetwas Gravierendes muss passiert sein in den letzten Jahren, in denen sogenannte Rabeneltern mutiert sind zu sogenannten bildungsbewussten Mitbürgern, die ihr Baby täglich acht Stunden und länger in Kitas „fördern“ lassen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine Forderung, die wohl für immer eine Forderung bleiben wird. Vereinbarkeit würde bedeuten, dass es einvernehmlich, zum Wohle aller und ohne Widerstände machbar ist, dass Eltern ohne Probleme ihren Berufen nachgehen können und es dem Nachwuchs im Gegenzug an nichts fehlt. Vereinbarkeit hieße, dass vorab verhandelt und eine gute Lösung gefunden wurde, die alle zufrieden stellt. Denn niemand wird bestreiten können, dass sehr unterschiedliche Interessen im Raum stehen. Betriebe wollen die uneingeschränkte Verfügbarkeit (räumlich, zeitlich, kräftemäßig) ihrer Mitarbeiter und zwar so billig wie möglich.

 

Auszüge aus einem Artikel von Ursula Wesseler im RUBIKON

Ursula Wesseler, Jahrgang 1958, hat zwei Kinder und drei Enkelkinder und ist seit 35 Jahren als Erzieherin und Kitaleiterin tätig. Ihr inzwischen eingestellter Blog Bertelsmann, der Kindergarten und ich erfreute sich großer Beliebtheit.

 

Film/Interview mit Ursula Wesseler (Kindergartenleiterin) über ihre ihre Erfahrungen bei der maßgeblich von der Bertelsmann-Stiftung vorangetriebenen Umformung von (Kleinkind)Erziehung udn ihre Kritik daran.


Kooperationen, Truppenbesuche, Spendenübergaben zwischen Bundeswehr und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

Ist Kindheit dazu da, an einen späteren soldatischen Kriegsdienst beim "Arbeitgeber Bundeswehr" herangeführt zu werden ? Geht es nach der aktuellen Bundesregierung und ihrer ehemaligen Familienministerin und heutigen "Verteidigungs"ministerin, dann ist die Antwort klar: JA ! Natürlich nicht so offen gesagt. Kinder sind ja so süß und wer könnte was dagegen haben, dass Kinder hier und da unterstützt werden. Wie das dann formuliert wird und welche Ausmaße das angenommen hat, kann nachgelesen werden in der Antwort (19.03.2018) auf eine Anfrage der Linken im Bundestag "Aktivitäten der Bundeswehr in Kindertageseinrichtungen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe 2016 bis 2017".

 

Was ist zu beobachten ? Unter anderem Kindertagesstätten, stationäreEinrichtungen wie Kinderheime, Freizeiteinrichtungen wie Kinder- undJugendzentren, Kinderspielhäuser, Beratungseinrichtungen oder öffentliche Jugendhilfeträger fanden Unterstützung auf vielfältige Art und Weise durch die Bundeswehr. Zu den Aktivitäten zählen u. a. Hausaufgabenhilfe und außerschulischeFreizeitbetreuung, Lesepatenschaften für Grund- und Vorschulkinder,Arbeitsleistungen für Kindertageseinrichtungen, Kinderfreizeiten bei der Marine,Besuche von Truppenübungsplätzen durch Kitakinder, Spendenübergaben oder die Bereitstellung von Fahrzeugen. Übrigens: Auch evangelische und katholische Krippen für Kinder vom ersten bis zweiten Lebensjahr sind in der langen Liste dabei. Logisch? Pastoren haben ja auch in einer gar nicht so fernen Zeit die Kanonen gesegnet, und Pastoren betreuen heute ja auch die "Truppenteile" in den deutschen Auslandskriegseinsätzen für eine laut Verfasung reine Verteidigungsarmee.


Rekrutierung von unter 18-Jährigen für die Bundeswehr stoppen !

"DIE LINKE vertritt die „Straight 18“-Position, wonach Minderjährige nicht in militärische Strukturen eingebunden werden dürfen, auch nicht zu Ausbildungszwecken. Die Anwerbung von Jugendlichen verstößt gegen die Bestimmung der UN-Kinderrechtskonvention sowie gegen die Praxis der meisten Vertragsstaaten, die das UN-Zusatzprotokoll der UN-Kinderrechtskonvention über Kinder in bewaffneten Konflikten ratifiziert haben. Zu Recht wird die Bundesregierung dafür schon seit 2008 regelmäßig vom UN-Ausschuss über die Rechte des Kindes gerügt. Dennoch hat Deutschland im Jahr 2017 erneut 2.128 unter 18-Jährige als Freiwillige Wehrdienstleistende sowie als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert, was einen neuen Höchststand markiert. Zudem waren 90 Jugendliche selbst nach Ablauf der sechsmonatigen Probezeit immer noch nicht volljährig.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat offenbar keine Skrupel, die Nachwuchsgewinnung immer weiter vorzuverlegen. Junge Heranwachsende dürfen nicht als Kanonenfutter bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr verheizt werden, sobald sie volljährig geworden sind. Solange Deutschland selbst Minderjährige für militärische Zwecke rekrutiert, kann es dafür andere Staaten nicht glaubwürdig kritisieren. Die Bundesregierung gefährdet damit ihre eigenen Bemühungen zur internationalen Ächtung des Einsatzes von Kindersoldaten.

In der Entwicklungszusammenarbeit müssen künftig zivile berufliche Wiedereingliederungshilfen und Demobilisierungsprogramme für ehemalige Kindersoldaten ausgeweitet werden. Selbstverständlich ist die militärische Zusammenarbeit mit denjenigen Staaten sofort zu beenden, die Kindersoldaten rekrutieren. Ebenso dürfen keine Waffen- und Rüstungsexporte mehr dorthin genehmigt werden.“ (Zitiert aus der WEB-Seite der linken Bundestagabgeordneten Evrim Sommer)