Wie kann eine Kita-, Schul-, und Arbeitswelt aussehen, die sich nach den Bedürfnissen von Familien und ihrer Kinder richtet und nicht nach den Interessen einer profitorientierten "Wirtschaft", die Reiche reicher macht ?

Hier geht es darum, dass Kinder als das schwächste Glied einer Kette auf drastische Weise die Folgen einer neoliberalen Ausrichtung einer ganzen Gesellschaft spüren müssen. Irgendetwas Gravierendes muss passiert sein in den letzten Jahren, in denen sogenannte Rabeneltern mutiert sind zu sogenannten bildungsbewussten Mitbürgern, die ihr Baby täglich acht Stunden und länger in Kitas „fördern“ lassen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine Forderung, die wohl für immer eine Forderung bleiben wird. Vereinbarkeit würde bedeuten, dass es einvernehmlich, zum Wohle aller und ohne Widerstände machbar ist, dass Eltern ohne Probleme ihren Berufen nachgehen können und es dem Nachwuchs im Gegenzug an nichts fehlt. Vereinbarkeit hieße, dass vorab verhandelt und eine gute Lösung gefunden wurde, die alle zufrieden stellt. Denn niemand wird bestreiten können, dass sehr unterschiedliche Interessen im Raum stehen. Betriebe wollen die uneingeschränkte Verfügbarkeit (räumlich, zeitlich, kräftemäßig) ihrer Mitarbeiter und zwar so billig wie möglich.

 

Auszüge aus einem Artikel von Ursula Wesseler im RUBIKON

Ursula Wesseler, Jahrgang 1958, hat zwei Kinder und drei Enkelkinder und ist seit 35 Jahren als Erzieherin und Kitaleiterin tätig. Ihr inzwischen eingestellter Blog Bertelsmann, der Kindergarten und ich erfreute sich großer Beliebtheit.