Weiterhin müssen Freizis und Jugendclubs Öffnungszeiten einschränken und Angebote reduzieren. Und welcher Studierende macht noch ein Anerkennungsjahr in der Jugendarbeit ?

Weserkurier 18.04.2017  Sandra Grohnert, die bei der AWO für die Jugendeinrichtungen zuständig ist, sagt deutlich: „Um alle drei Jugendeinrichtungen in Burglesum auskömmlich zu finanzieren, reicht das Budget trotz der Erhöhung nicht.“ In Bremen-Nord betreibt die Awo das Jugendzentrum in Lesum, den Jugendclub Fockengrund in Grambke und den Jugendclub Ups in Marßel sowie die Vegesacker Einrichtungen Mädchentreff „Lilas Pause“ und Jugendcafé Hafen Höft. ... „Früher hatten wir im Jugendzentrum [Burglesum] fünf hauptamtliche Mitarbeiter. Heute sind es nur noch drei und davon hat nur einer eine Vollzeitstelle“, erläutert die AWO-Mitarbeiterin.... „Es fehlt Platz für die Mädchenarbeit und für Gruppenräume.“ [im Jugendclub Fockengrund] Die Einrichtung hat die Mädchenarbeit im Alwin-Lonke-Quartier ­gerade erst wieder übernommen, nachdem der „Treff 16“ für Mädchen aufgegeben worden ist. Die Awo würde den Jugendclub gerne vergrößern, sanieren und neu ausstatten. „Aber diese Maßnahmen sind nach wie vor nicht refinanziert.“...

...im Jugendclub Ups in Marßel ging es „in den vergangenen Jahren ... es immer wieder darum, ob die Einrichtung überhaupt erhalten werden kann.“...

Sandra Grohnert weist darauf hin, dass nur das Budget für die Regelfinanzierung der Häuser erhöht wurde. Für stadtteilübergreifende Angebote oder Beteiligungsprojekte für Kinder und Jugendliche gebe es überhaupt kein Geld. Und sie nennt ein weiteres Problem: „Schon seit Jahren, seit die Jugendfreizeiteinrichtungen nicht mehr in kommunaler Hand sind, wird die Ausbildung künftiger Sozialarbeiter in diesen Häusern nicht mehr finanziert.“

Sozialarbeiter und Sozialpädagogen müssen nach dem Studium ein sogenanntes Anerkennungsjahr absolvieren. „Das Jugendzentrum Burglesum war über 20 Jahre ein Ausbildungsbetrieb. Das ist vorbei.“ Dadurch fehlt den betroffenen Häusern die ­personelle Unterstützung durch Mitarbeiter in Aner­kennungsjahr und langfristig, so Grohnert, „fehlt uns der Nachwuchs in der Jugendarbeit“.


(Gender-) Kennzahlen für die offene und verbandliche Kinder- und Jugendarbeit - unfachlicher Verwaltungswahnsinn ! Bündnis 30% fordert das Sozialressort dazu auf, davon abzusehen.

Zur Erfassung von Genderkennzahlen in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit
Die zahlenmäßige Erfassung der Nutzer_innen unserer Angebote widerspricht dem zwischen öffentlichen und freien Trägern vereinbarten Verfahren, die Qualität der Jugendarbeit in Form von Sachberichten darzustellen. Die rückblickend für das Jahr 2016 angegebenen Zahlen basieren auf groben Schätzungen. Die Angaben erfolgen nicht auf freiwilliger Basis, da sie seitens des Zuwendungsgebers mit dem Erstellen von Zuwendungsbescheiden verknüpft wurden. Den scheinbaren Zwang einer verwaltungstechnischen Vorgabe („Das muss so, weil ZEBRA das so verlangt“) zu einem tatsächlichen Sachzwang für Träger zu machen, die Angebote der Jugendarbeit im Auftrag des öffentlichen Trägers durchführen, halten wir für höchst fragwürdig und
problematisch. Aus fachlicher Sicht möchten wir, das Bündnis 30%, die Landesverbände von Bund
Deutscher Pfadfinder_innen, DGB Jugend, Naturfreundejugend, SJD Die Falken, Rat & Tat Zentrum Folgendes feststellen:

  1. Geschlechtergerechtigkeit ist ein zentrales und notwendiges Qualitätskriterium in der Jugendarbeit.
  2. Offene Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit in quantitativen Kategorien erfassen zu wollen, widerspricht Grundprinzipien von offener Jugendarbeit. Die Aufforderung jede Person nur einmal zu zählen, führt zu einem verzerrten Bild, da Jugendarbeit vor allem Beziehungsarbeit ist. Stammnutzer_innen werden nur einmal gezählt, bilden jedoch einen wichtigen Bestandteil dieses Arbeitsfeldes.
  3. Jugendarbeit basiert auf den Grundprinzipien Freiwilligkeit, Partizipation und der Befähigung zu Selbstorganisation (z.B. durch die Juleica Ausbildung). Demzufolge lassen sich z.B. für selbstorganisierte Gruppen und peer-to-peer education Angebote keine validen Daten erheben.
  4. Jugendarbeit widmet sich u.a. Menschen mit besonderen Problemlagen, die Unterstützungsund Beratungsangebote der offenen Jugendarbeit nutzen, wie z.B. Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen im offenen Treff eines Freizis oder Gruppen in denen über sexuelles Outing beraten wird. Diese Arbeit ist zeitintensiv und aus fachlicher Sicht sinnvoll und notwendig. Eine nummerische Erfassung von Nutzer_innenzahlen läuft Gefahr fehlinterpretiert zu werden, da die Zahlen losgelöst von einer inhaltlichen Ausrichtung gelesen werden können.
  5. Die alleinige Einteilung in die Kategorien männlich und weiblich, wie sie bei den Kennzahlen vorgenommen wird, entspricht nicht der gesellschaftlichen Realität. Menschen, wie z.B Trans-, Queer- oder Interpersonen, sind nicht zwangsläufig einer dieser beiden Kategorien zuzuordnen oder entscheiden sich bewusst gegen diese Zuschreibung. All diese Personen können mit den Kennzahlen nicht erfasst werden.
  6. Die Erhebung von Genderkennzahlen in der Jugendarbeit bedeutet sowohl für den öffentlichen als auch die freien Träger einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand – ohne zusätzlichen Erkenntnisgewinn.

Die nummerische Erfassung von Nutzer_innenkennzahlen ist eine vollkommen ungeeignete Methode, um Rückschlüsse auf die Qualität der geförderten Angebote der Jugendarbeit zu ziehen. Kennzahlen suggerieren Vergleichbarkeit, wo diese aufgrund unterschiedlicher fachlicher Schwerpunktsetzungen nicht gegeben ist. Losgelöst betrachtet von der inhaltlichen Ausrichtung und fachlichen Bewertung der Angebote der Jugendarbeit, öffnen Kennzahlen Fehlinterpretationen dieses Arbeitsfeldes Tür und Tor. Aus diesen Gründen lehnen wir die Erhebung von (Gender-) Kennzahlen für die offene und verbandliche Kinder- und Jugendarbeit ab. Wir fordern das Ressort auf, von der Erhebung von Genderkennzahlen für
den Bereich der offenen und verbandlichen Jugendarbeit abzusehen!                                             22.02.2017 

 

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Kritik an der Erfassung von Genderkennzahlen in der offenen und verbandlichen Jugendarbeit_Bündnis 30% mehr Zukunft_Febr. 2017
Genderkennzahlenerfassung_Kritik_Stellun
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Stellungnahme und Forderungen des "Bündnis 30% mehr Zukunft" anlässlich der Planungen für den bremischen Doppelhaushalt 2018/19

 Integrationsbudget erhöhen und verstetigen
Mit Hilfe des Integrationsbudgets sind in der Jugendarbeit sinnvolle Projekte gefördert worden.
Doch ist das Budget in 2017 nicht in derselben Höhe wie 2016 fortgeschrieben worden, mit dem
Ergebnis, dass Projekte, die mit viel Engagement angeschoben wurden, bereits wieder eingestellt
werden mussten. Integration ist jedoch eine Querschnittsaufgabe, die nicht am Ende eines jeden
Haushaltsjahrs beendet ist. Hier braucht es Kontinuität. Die Angebote müssen verstetigt werden,
indem das Integrationsbudget der Regelförderung zugeschlagen wird. Auf diese Weise würden
Ressourcen, die in Verwaltungstätigkeiten, wie Mittelbeantragung fließen wieder für
pädagogische Zwecke frei.


Zentralitätsbudget einrichten und bedarfsgerecht ausstatten
Die Mittelverteilung nach Sozialindikatoren vermag es zwar, gezielt in strukturell benachteiligte
Quartiere umzuverteilen und dort zu einem sozialen Ausgleich beizutragen, doch bleiben beliebte
Aufenthaltsorte von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in stadtzentraler Lage, wie das Viertel
oder die Innenstadt, dabei ebenso unberücksichtigt wie inhaltliche Schwerpunktsetzungen für
bestimmte Zielgruppen oder besondere Bedarfe (z.B. Mädchentreffs), die nur auf Kosten der
Stadtteilbudgets möglich sind. Daher fordern wir das Budget für stadtzentrale Angebote wie es im
Rahmenkonzept vorgesehen ist, bedarfsgerecht auszustatten, um gezielt inhaltlich als auch
sozialräumlich nachsteuern zu können.


Budget für die Kooperation Jugendarbeit und Schule
Die Kooperation von Jugendarbeit und Schule ist im Rahmenkonzept der offenen Jugendarbeit als
Aufgabe für die Träger der Jugendbildung und der offenen Jugendarbeit beschrieben. Bereits 2009
wurde von beiden zuständigen Ressorts Bildung und Soziales eine Rahmenvereinbarung zur
Kooperation von Jugendarbeit und Schule geschlossen. Weder die eine noch die andere
Rahmenvereinbarung ist mit zusätzlichen Mitteln hinterlegt worden. Um eine Antwort auf die oben
beschriebenen gesellschaftlichen Problemlagen entwickeln zu können, fordern wir dringend, ein
zusätzliches Budget für gemeinsame Bildungsangebote zur Verfügung zu stellen.


Des Weiteren fordern wir:
• Sanierung der Einrichtungen
• Zusätzliche Mittel für Mobilitätsangebote
• Zusätzliche Mittel für zunehmende Verwaltungstätigkeiten
• Umsetzung des Senatsbeschluss: Erstellen eines unabhängigen Jugendhilfeberichts
• Stadtteilkonzepte
• Keine Kürzung der Jugendverbandsmittel in Bremerhaven
• Erhöhung der Jugendverbandsmittel

 

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vollständige Stellungnahme und Forderungen des "Bündnis 30% mehr Zukunft" für die Offene Jugendarbeit - für den Erhalt aller Jugendhäuser (Februar 2017)
Stellungnahme Bündnis 30% mehr Zukunft z
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Bremer Jugendarbeit und Bremer Schulen fordern zusätzliche Mittel zur Kooperation der beiden Bildungsbereiche


Sabine Toben-Bergmann (Sozialarbeiterin im Freizi Oslebshausen): „Denn die Jugendlichen wissen schon selbst, was sie wollen oder nicht wollen.“

Der Weserkurier vom 19.12.2916 berichtet ausführlich über die Verbesserungem im Frezi Oslebshausen: Fenster, Türen, Heizung und Dach wurden modernisiert und das Haus hat eine neue Außenverschalung bekommen. Gebrauchtes wird wieder aufgearbeitet. Sechs gebrauchte Fahrräder können dort von den Jugendlichen ausgeliehen werden. Der „Fitpark“ auf dem Außengelände wurde komplettiert. An Slackline, Barren, Stepper und Reck sei das ganze Jahr über ständig was los gewesen. 2017 soll die Internetverbindung schneller werden und Medienangebote im Freizi verbessert werden und gerade wird ein Musik- und Filmschnittplatz eingerichtet. Ab Januar bekommen Sabine Toben-Bergmann und ihre Kollegin Kerstin Arfmann außerdem Unterstützung von einem jungen Sozialpädagogen, der mit einer halben Stelle im Freizi anfängt. Die pädagogische Betreuung des Jugendparlaments Gröpelingen-Oslebshausen, die bislang beim Lidice-Haus lag, wechselt nun zum Freizi Oslebshausen. Von dort aus wird der ehemalige Jugendvertreter Senihad Sator das Jugendparlament dann betreuen und unterstützen. „Wir wollen das Jugendparlament dabei begleiten und nicht an die kurze Leine nehmen“, sagt Sabine Toben-Bergmann. „Denn die Jugendlichen wissen schon selbst, was sie wollen oder nicht wollen.“


Die "Reduzierung von Angeboten" ein bißchen abgebremst und als Riesenerhöhung ab 01.07.2016 (nach über 10 Jahren Realkürzung) propagandistisch verwertet. Schändliche Schönrednerei !

Anfang August 2016 legte der Senat neue Zahlen über die Erhöhung der Stadtteilbudgets OKJA im Jugendhilfeausschuss und in der Deputation Soziales vor : Link zum Deputationsarchiv.

Zitat/Auszug: "Gemäß der Prioritätensetzung im Beschluss des Jugendhilfeausschusses vom 11. 11.2014 wird vorgeschlagen, die von der Bürgerschaft vorgesehene Erhöhung der Anschläge für eine lineare
Erhöhung aller Stadtteilbudgets für die offene Kinder- und Jugendarbeit einzusetzen. Es könnte
damit zwar nicht die seinerzeit geforderte jährliche Erhöhung seit 2014 um 3,5% erreicht werden,
wohl aber eine Erhöhung ab 01. 07. 2016 um ca. 8,8 % gegenüber 2014 für alle Stadtteile
(Anlage). Diese würde der durch Tarif- und Kostensteigerungen verursachten schleichenden
Reduzierung von Angeboten in allen Stadtteilen bemerkbar entgegenwirken."

 

Fazit: Nach über 10 Jahren Einfrieren des Jugendförderetats durch SPD/Grüne und damit Realkürzung  wird die "schleichende(n) Reduzierung von Angeboten" nun zwar abgemildert aber nicht umgekehrt. Das wäre aber dringend nötig, denn wie stellt selbst das Bundesfamilienministerium in seiner am 16.12.2015 veröffentlichten Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes fest: "[Die] Antwort auf die Fragen, was Kinder und Jugendliche und ihre Familien von heute brauchen und welches Leistungssystem sozial effizient ist, lautet: Eine starke sozialräumliche Infrastruktur mit qualitativ guten, präventiven, niedrigschwelligen Angeboten und ein systematisches Zusammenwirken dieser Regelangebote mit erzieherischen Einzelfallhilfen."

 

Bremen ist von dieser guten Idee einer starken sozialräumlichen Infrastruktur leider weit entfernt, bei weiter steigenden Kosten für die individuellen Hilfen zur Erziehung, die genauso wichtig sind. Im Vergleich zu Hamburg, wo in der Offenen Jugendarbeit "Kahlschlag" betrieben wurde, steht Bremen mit seinen Freizis im Vergleich noch gut da.


Jugendliche und Sozialarbeiter*innen kämpfen in der Bürgerschaft (20.05.2014) und im Freizi Oslebshausen (17.03.2015) für ihre Forderung nach 30% mehr Geld für die offene Jugendarbeit.


Offener Brief von Eltern von Jugendlichen und Kindern in der Vahr wegen der laufenden drastischen Kürzungspläne am Freizi Bispinger Str.

Am 26.05.2016 erreichte uns ein Offener Brief von Eltern aus der Vahr (s.u. zum Dateidownload). Wir setzen uns als Bremer Bündis Soziale Arbeit seit Jahren zusammen mit dem "Bündnis 30% mehr Zukunft" für eine bessere Refinanzierung der sog. "Jugendförderung" ein (d.h. verbandliche Jugendarbeit, Offene Jugendarbeit in Jugendhäusern u.-angeboten sowie aufsuchende Jugendarbeit in den Stadtteilen). Dies ist eine wichtige niedrigschwellige und präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, die leider seit Ende der 1990er Jahre unter fachlicher und finanzieller Abwertung zu leiden hat. Der Jugendförderetat muss um mindestens 30% erhöht und ALLE Jugendhäuser (deren Programm, Angebotsqualität und Personalsituation) gefördert und erhalten werden. https://www.facebook.com/MehrZukunft/

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Offener Brief von Eltern zum Freizi Bispinger Straße_Mai 2016
Offener Brief von Eltern zum Freizi Bisp
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Buchempfehlung: "Freizeit ohne Kontrolle" - die Bewegung für freie Jugendzentren in den 1970er Jahren         von  David Templin

"David Templin hat in seinem Buch „Freizeit ohne Kontrolle“ die Geschichte dieser [der Jugendzentrums-] Bewegung aufgearbeitet.

 

„Tausende junger Aktivistinnen und Aktivisten sind damals auf die Straße gegangen und haben sich für einen Ausbau der offenen Jugendarbeit engagiert“, sagt der 33-jährige Hamburger. Zwischen 1972 und 1976 seien viele selbstverwaltete Zentren gegründet worden. 

 

Mehr Infos dazu auch im Bremer Archiv der sozialen Bewegungen auf www.archivbremen.de


Das "Bündnis 30% mehr Zukunft" fordert im Frühjahr 2016 einen Nothaushalt Offene Jugendarbeit.

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Erneute Angebotsreduzierungen in der Jugendförderung – „Haushaltslose Zeit“ verschärft die dramatische Unterfinanzierung – Nothaushalt für die offene Jugendarbeit gefordert
Stellungnahme Bündnis 30_zur haushaltslo
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Die Bremer Landesregierung läßt Jugendeinrichtungen schließen und  betreibt weiter die Kürzung von Angeboten der offenen Jugendarbeit.

Schließung des "Mädchentreff 16" in Bremen Grambke zur Jahreswende 2015/16 .

 

"Umwidmung" des von der AWO betriebenen Freizi Vahr "Bispingerstraße" in eine KiTa ab 2017.  Die Bremer Erziehungshilfe GmbH wurde nun als neuer Träger für das zum kleinen Club geschrumpfte Freizi Vahr auserkoren; in den Resträumen. Diesem Träger stehen dann statt 56.653 € (2016) nur noch 39.800 € (2017) für den Club zur Verfügung.  Jugendamtsleiter Diener schilderte dann auch im Jugendhilfeausschuss vom 02.02.17 "der ausgewählte Träger habe sich auf die neuen Rahmenbedingungen eingelassen". Bleibt die Frage, welche Entscheidungsfreiheit der Träger denn überhaupt hatte, welche Lohntarife und Eingruppierungen vom neuen Träger angewendet werden; vorher waren es ja sog. "Überlassene" vom AFSD mit den im Öffentlichen Dienst Bremens üblichen Tarifverträgen (TVL). Auch die Einhaltung des Fachkräftegebots wäre zu überprüfen.

 

Die neoliberale Privatisierungsstrategie seit 20 Jahren hat in Bremen besonders seit der großen Koalition von SPD/CDU ab 1995 eine deutliche Erosion der Tariflandschaft hinterlassen.

 

In dem Dreieck Gartenstadt Vahr, Hastedt, Sebaldsbrück wären nun (nach (Teil)Schließung von 2 Freizis von 2007-2016) laut statistischem Landesamt ca. 4500 junge Menschen (8-27J.) ohne Freizi (junge Geflohene nicht mitgezählt). Alles eine Folge von Austeritätspolitik plus bornierter Verwaltungsgrenzen (Vahr/Hemelingen) und einer fehlenden stadtteilübergreifenden Erfassung der Bedarfe.

 

„Das erste Mal seit Jahren mussten wir kürzen, und zwar bei jedem Angebot und jedem Träger.“  [so Anja Blumenberg, Sozialzentrum West, im WK 3.12.2015] "Dies betrifft zum Beispiel das Freizi Walle an der Waller Heerstraße, das 192.199,- statt der beantragten 217.926,- Euro erhalten soll, und das Freizi Haferkamp an der Ellmersstraße (62.690,- statt 75.799,- Euro). Beide Häuser arbeiten bereits mit einem Minimum an festen Stellen, das Freizi Haferkamp sogar ohne Leitung. Auch das Kinder- und Jugendhaus Ratzeburger Straße der Naturfreundejugend Bremen wird nicht sämtliche benötigten Mittel erhalten können.

 

In Horn-Lehe und Hemelingen fordern Jugendhausbetreiber und Sozialausschüsse der Beiräte 2016 angesichts von verdoppelten Besucherzahlen wegen der naheliegenden Flüchtlingseinrichtungen mehr Personal.

 

Es gibt kaum einen Stadtteil/bzw. Ortsteil in Bremen, der nicht die gleichen Versorgungsmängel hätte. Die Landesregierung fordert die Ausweitung der Ehrenamtlichkeit - makaber angesichts des ohnehin schon vorbildlichen "bürgerschaftlichen Engagements". Für ein vor Reichtum (der Wenigen, der Unbesteuerten ) überquellendes Deutschland ein Schande.


Die Offene Kinder- und Jugendarbeit im "Wilden Westen" in Gröpelingen dauerhaft sichern

Das Projekt in Gröpelingen im sog. "Wilden Westen" war 2016 akut gefährdet.

Wie dem hier abgebildeten Auszug zu entnehmen, musste der Bremer Senat in seiner Mitteilung des Senats vom 29. November 2016 auf den öffentlichen Protest reagieren, der ab Frühjahr 2016 auch in die Bürgerschaft getragen wurde und am 20.01.2017 erneut in der Bürgerschaft zur Debatte stand.

 

Die LINKE brachte einen eigenen Antrag ein:  „Wilder Westen“ dauerhaft absichern, offenes Spielhaus erhalten . Lediglich für das Jahr 2017 werden nämlich vom Bremer Senat Finanzierungszusagen gemacht, bei den über das Jobcenter finanzierten Stellen laufen die Zusagen sogar schon Ende Januar 2017 aus.

 

Der Entschließungsantrag der LINKEN fordert deshalb

— Die dauerhafte Einrichtung eines niedrigschwelligen offenen Nachmittagsangebots für Kinder und Jugendliche zur Fortführung der Arbeit des Spielhauses.
— Eine Flächenplanung, aus der ersichtlich wird, wie ergänzend zu den offenen Betreuungsangeboten des „Wilden Westens“ eine Kindertagesstätte eingerichtet werden kann. Ziel muss dabei sein, ausreichend Grünflächen für das Angebot „Wilder Westen“ zu erhalten.
— Die Absicherung der Suppenküche als wesentliches Element des „Wilden Westens“.
— Die Absicherung von sozialversicherungspflichtigen Stellen aus der Arbeitsmarktförderung des Jobcenters für den „Wilden Westen“ für einen längeren Zeitraum als nur für sechs Monate.
— Eine Planung für die Bauphase der Oberschule Ohlenhof, wie während dieses Zeitraums die Angebote des „Wilden Westens“ durchgängig offen bleiben können.
— Ein Konzept in Absprache mit den umliegenden Schulen, wie in Zukunft wieder Tierhaltung im „Wilden Westen“ möglich gemacht werden kann.


Die Liste der Schließungen und Angebotsreduzierungen wird länger und länger und das obwohl das 3 Jahre lang wissenschaftlich begleitete und von Regierungsseite hochgelobte sozialräumliche Modell (ESPQ) in Walle zur Reduzierung von "teuren" Einzelfallhilfen (HzE) im Jugendamt gerade die stärkere Fokussierung auf "sozialräumliche Ressourcen" einfordert.

Ins gleiche Horn bläst auch die Bundesfamilienministerin in ihrer am 16.12.2015 veröffentlichten Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes: "Ihre Antwort auf die Fragen, was Kinder und Jugendliche und ihre Familien von heute brauchen und welches Leistungssystem sozial effizient ist, lautet: Eine starke sozialräumliche Infrastruktur mit qualitativ guten, präventiven, niedrigschwelligen Angeboten und ein systematisches Zusammenwirken dieser Regelangebote mit erzieherischen Einzelfallhilfen." 

 

Die vielbeschworene "sozialräumliche Infrastruktur" ist aber seit Jahren in Bremen von Realkürzungen betroffen. Bei Stadtkämmerern werden diese Angebote regelmäßig als angeblich „freiwillige Leistungen“ im „Zuwendungsbereich“ Opfer grassierender und falscher Austeritätspolitik/Budgetdeckelungen. Jetzt wird sogar ganz raffiniert gespalten und argumentiert, für den "Kampf gegen die Armut" müssten Jugendliche in bestimmten Orsteilen mit "besseren Sozialindikatoren" ihr Freizi für die anderen Ortsteile opfern. Denn eine Erhöhung des seit Jahren gedeckelten, mickerigen Jugendförderetats (nur 0,18 % des Bremischen Gesamtetats) läßt die grüne Finanzsenatorin und ihr SPD Koaltionspartner nicht zu.

 

Im "Bündnis 30 % mehr Zukunft" schlossen sich Jugendliche und Sozialarbeiter*innen aus fast allen OJA-Einrichtungen Bremens zusammen, um Alarm zu schlagen angesichts von drohenden Angebotsreduzierungen nach jahrelangen Budgetdeckelungen im Jugendförderetat. 2014 wurde im Jugendhilfeausschuss nach einer Befragung von Referatsleitungen im AFSD und bei Trägern eine Übersicht über das ganze Ausmaß der bis Mitte 2014 zu konstatierenden Angebotsreduzierungen vorgelegt.

 

Die von der grünen Finanzsenatorin Caroline Linnert und dem SPD-Bürgermeister vorgegebene Austeritätspolitik, die fachlich falsche rot/grüne  Vernachlässigung der Offenen Jugendarbeit, haben einen jahrelanges Siechtum der 2006 von der großen Koalition (SPD/CDU) privatisierten Freizis zu Folge gehabt, natürlich alles orchestriert von "Beteiligung" der gezwungernermaßen den Haushaltsbeschlüssen sich unterwerfenden Gremien: Jugendhilfeausschuss, Stadtteilbeiräte, Jugendbeiräte, Controllingausschüsse. Eine politisch missbrauchte, pseudodemokratische Fassade angesichts von fehlendem, aureichendem, eigenem Budget.


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Stellungnahme des verdi Aktionskreis Soziales für eine deutliche Erhöhung des Jugendförderetats und gegen die Schließung von Freizis - Genug geld ist da - es muss nur umverteilt werden.
Deutliche Erhöhung des Jugendförderetats fordert auch der verdi Aktionskreis Soziales in Bremen: "Der ver.di Aktionskreis Soziales verurteilt, dass die Freizeiteinrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe nicht mehr kostendeckend finanziert werden.
Die Folge: Freizis sind seltener offen und wenn mit reduziertem Angeboten. Zudem droht ein erneutes Anheizen der Konkurrenz unter den Trägern um das „preisgünstigste“ Angebot. Das endet meist mit schlechterer Entlohnung des Personals, weniger Betreuung für weniger Kinder und Jugendliche, weniger Fachpersonal, weniger Fortbildungen für das Personal, Abbau qualifizierter Angebote, Reduzierung der Mittel für Anschaffungen und Angebote, und am Ende droht: Schließung der Jugendhäuser.
Erhalt der Freizis_Flyer_aksoziales verd
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Pseudobeteiligung in den Stadtteilen - Ortsteile gegeneinander aufhetzen

Wie Regierungspolitiker die Jugendlichen und die Stadtteile/Ortsteile raffiniert gegeneinander aufhetzen, indem sie die Budgets deckeln, wichtigste Bedarfe unterfinanzieren und die (Pseudo)Beteiligung an die Beiräte/Controllingausschüsse delegieren.

 

Hier ein Zitat (WK Jan 2016) von Beirat Neustadt.

 

Was die regierende Bremer Verwaltung - die offensichtlich gestiegenen Bedarfe von Kindern und Jugendlichen eiskalt ignorierend - hier vorexerziert, ist die altbekannte Arroganz einer seit 70 Jahren regierenden SPD, unter deren maßgeblicher Regie die Armut in Bremen, besonders die Kinder- und Jugendarmut, massiv (zu deutschlandweit höchsten Ständen) angestiegen ist.


"Eine Budgetierung von Haushaltsmitteln steht der Wahrnehmung der Gesamtverantwortung entgegen, wenn sie für die Erfüllung der [Jugendarbeit] keinen hinreichenden finanziellen Spielraum läßt."

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JUGENDARBEIT - IST PFLICHTAUFGABE DER KOMMUNEN - Fachliche Stellungnahme des Landesamtes für Jugend ... Rheinland-Pfalz
Prof. Wiesner schreibt im Kommentar zum SGB VIII : "Eine Budgetierung von Haushaltsmitteln steht der Wahrnehmung der Gesamtverantwortung entgegen, wenn sie für die Erfüllung der Aufgaben [hier: der offenen Jugendarbeit] keinen hinreichenden finanziellen Spielraum läßt."
Jugendarbeit_Pflichtaufgabe_Stellungnahm
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Offene Jugendarbeit, Freizeitheime/Jugendclubs/Jugendverbandsarbeit in Bremen fachlich und finanziell absichern und aufwerten!

Offener Brief Dezember 2015: Seit fast 3 Jahren setzen sich Fachkräfte und Träger der offenen Jugendarbeit und betroffene Jugendliche mithilfe ihres am 31.01.2013 gegründeten „Bündnis 30% mehr Zukunft“ für drei dringliche Anliegen ein. ...

(Siehe ganzen Text in dem downloadbaren Offenen Brief)

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Offener Brief vom Dez. 2015 an die politisch Verantwortlichen in Bremen angesichts der prekären Lage der Jugendförderung in Bremen
Offener Brief_3 Anliegen_Buendnis30 zur
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Jährliche Erhöhung des Jugendförderetats um 3,5 % und Umsetzung der vor 1 Jahr beschlossenen Rahmenkonzeption OJA

Die TAZ-Bremen vom 19.11.2015 berichtet ausführlich über die wiederholt vorgetragenen Sorgen um drohende Schließungen von Jugendeinrichtungen angesichts seit Jahren gedeckelter Budgets seitens des Bremer Jugendringes, sowie über die Forderungen der Bremer Jugendverbände, endlich die Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses nach jährlicher Anpassung des Jugendförderetats um 3,5% und Anwendung der Rahmenkonzeption OJA ab 2016 umzusetzen.


Konferenz mit Politiker*innen und Jugendlichen/Sozialarbeiter*innen am 08.07.2015 im Freizi Findorff.

Engagierte Debatte der Sozialarbeiter*innen und Jugendlichen aus Freizis mit Maike Schäfer (Fraktionsvorsitz. der Grünen), Klaus Möhle (Sozialpolit. Sprecher der SPD) und Cindi Tuncel (Stellvertr. Fraktionsvors. Die Linke), moderiert von Volker Möhrchen vom Bremer Jungenbüro.

 

Immerhin gab es ein paar mündliche Versprechungen der Politiker*innen:

  • eine deutliche Schippe mehr soll es für die Jugendarbeit geben,
  • Freizis sollen nicht geschlossen werden und
  • die Jugendhilfeplanung/Jugendhilfebericht soll endlich kommen.

Das Bündnis "30% mehr Zukunft" wird dranbleiben und wachsam sein.


Umfassende landesweite Jugendhilfeplanung und ein Kinder- und Jugendhilfebericht in der Bürgerschaft im Nov. 2015 beschlossen

Die Bremer Bürgerschaft hat auf Initiative des Bündnis 30% mehr Zukunft (Antrag im JHA) und der Grünen Bürgerschaftsfraktion am 24.11.2015 erfreulicherweise einvernehmlich beschlossen, ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen und (nach 24 Jahren) eine umfassende landesweite Jugendhilfeplanung durchzuführen und über die Bedarfe der Bremer Jugend und die bisherigen Angebote einen Kinder- und Jugendhilfebericht erstellen zu lassen. Bis Ende 2016 war von Umsetzung nichts zu sehen, bis Mitte 2017 soll der Kinder- und Jugenhilfe Bericht - laut Beschluss - vorgelegt werden ? 

 

Hier der Wortlaut des von Linken, Grünen und SPD befürworteten Beschlusses http://www.bremische-buergerschaft.de/…/2015-11-05_Drs-19-4…

 

Die Stadtbürgerschaft fordert den Senat auf,

 

1. die Jugendhilfeplanung nach § 80 SGB VIII zu entwickeln und eine Steuerung der Angebote, Dienste und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe vorzunehmen. Dabei sind die Jugendlichen zu beteiligen. Die Jugendhilfeplanung kann alternativ auch durch externe Expertinnen und Experten mittels eines unabhängigen Gutachtens ermittelt werden.


2. einen Kinder- und Jugendbericht zu erstellen. Die thematische Schwerpunktsetzung des Berichts wird durch den Jugendhilfeausschuss beraten und beschlossen.

 

Download
Protokoll der Bürgerschaftsdebatte+Beschluss am 24.11.2015 zur Einleitung einer Jugendhilefplanung (§80 SGB VIII) und Erstellung eines Kinder- und Jugendhilfeberichtes (in jeder Legislaturperiode)
Jugendhilfeplanung+bericht_Protokoll_Bür
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"Es liegt ein Antrag vor, mit dem die Vorlage eines Berichts erbeten wird. Diesen Ball werden wir
aufnehmen. Wir werden den Bericht, wie es in der Debatte bereits angeklungen ist, von Externen
erstellen lassen. Im Augenblick steht in meinem Hause nicht die Arbeitskapazität zur Verfügung,
die einen umfassenden Kinder- und Jugendbericht erstellen könnte. Ich kündige also an, dass
externe Unterstützung notwendig ist, und das hat mir das Fachreferat meines Hauses mehr als
deutlich signalisiert."  Zitat aus der Stellungnahme der Senatorin Stahmann zum Kinder- und Jugendhilfebericht (Bürgerschaftsdebatte am 24.11.2015)


Die argumentativen Tricks der Regierungspolitiker zur Fortsetzung der Kürzungen in der Jugendförderung

Der Staat hat laut Gesetz offene Freizeiträume und außerschulische Bildungsangebote für Kinder und junge Menschen vorzuhalten (§§ 11/12/74/79 SGB VIII) und die Jugendverbände zu fördern; gerade in einer Stadt wie Bremen mit einer so hohen und weiter ansteigenden Kinder- und Jugendarmut und vielen jungen Flüchtlingen.

Besonders auf die Räume, die „teuren“ Immobilien und deren seit vielen Jahren unerledigte (energetische)  Sanierung, haben es regierende Kürzungskommissare abgesehen. Die Regierungsparteien denken nur noch in "weniger Euros für Soziales", die Interessen der Kinder und Jugendlichen werden nur vor den Wahlen aus der Mottenkiste geholt. Politiker*innen mit der Schuldenbremse im Kopf haben sich deshalb „miese Tricks“ ausgedacht, um so zu tun , als ob sie trotzdem ganz doll auf Seiten der Kinder und Jugendlichen wären, und diese natürlich ganz modern an allen Entscheidungen "beteiligen" wollten:

 

Erster TRICK: Moderne Jugendarbeit bräuchte angeblich keine eigenen Räume mehr; SPD, Grüne und CDU fordern nun ganz modern als "Meeting-Point" freies W-LAN für Alle. Die Wirtschaft bietet profitorientiert ihre Konsumtempel/Shopping Malls oder das Sponsoring an. („Aufsuchend“ soll die Jugendarbeit werden, irgendwo auf öffentlichen Plätzen oder in vorübergehend leer stehenden Immobilien) Die Street-Worker von VAJA sagen dazu: „ENTWEDER – ODER ? NICHT MIT UNS ! ... (Raum-) Kooperationen mit Jugendhäusern sind ein wichtiger Baustein für aufsuchende Jugendarbeit!“  Die Street-Worker fordern den Erhalt der räumlichen Einrichtungen. Kontinuität und Beziehungsarbeit - ein Kernelement wirkungsvoller, niedrigschwelliger, offener Jugendarbeit - geht nur in gesicherten räumlichen Verhältnissen.

 

Zweiter TRICK: Es gäbe angeblich zu viele Freizis in jedem Stadtteil. (In vielen Stadtteilen könnten aus Zwei - Eins gemacht werden, denn moderne Kinder- und Jugendliche wären ja viel „mobiler“ und „flexibler“. „Parallelitäten“ oder „Doppelungen“ sollten vermieden werden, Wissenschaftler hätten den „Sozialraum“ entdeckt und es wäre ganz innovativ,  nun die „Bündelung von Einrichtungen in den Quartieren“ zu fordern. Man könnte doch z.B. Jugendliche und Alteneinrichtungen in Bürgerhäusern zusammenfassen.)  Glaubt diesen „neoliberalen Wunderheilern“ nicht. Waren es nicht die gleichen neoliberalen Propheten (1995-2007 große Koalition SPD/CDU),

  • die auf Empfehlung der Roland Berger Unternehmensberatung ab 1995 Personal im öffentlichen Dienst und darunter in der Jugendarbeit abgebaut haben ?
  • die die Privatisierung der ursprünglich kommunalen Freizis ab 1999 (Umsetzung 2005-2007) vorangetrieben haben, auf deren Unterbietungs-Konkurrenz untereinander setzend ?
  • die die Budgetdeckelung der Jugendförderung (minimale Erhöhung 2008) durchsetzten ? 
  • die das APK ("Anpassungskonzept" - Anpassung der Jugend an das Budget ?) als Innovation, als das Non-Plus Ultra gepriesen haben ? 

Freizis und Jugendhäuser wurden doch in den 1970-80er Jahren aus guten Gründen genau in dieser Anzahl über das Stadtgebiet verteilt ! Und der Bedarf ist angesichts steigender ( über 30% ) Kinder-/Jugendarmut in Bremen in den Wohnquartieren, wo diese Kinder leben, gestiegen, in den letzten Jahren kamen zudem noch ca. 3000 geflohene Jugendliche ohne Eltern und Kinder von Flüchtlingsfamilien in Bremen dazu, weshalb weitere Einrichtungen gebraucht werden und das nicht auf Kosten bestehender Freizis sondern zusätzlich.

 

Dritter TRICK: Angeblich "besser" gestellte Stadtteile sollen den "schlechter" gestellten Stadtteilen Geld abgeben und innerhalb der Stadtteile sollen einige Orsteile einige Freizis schließen, damit in anderen Ortsteilen Freizis überhaupt entstehen können, solange das Budget gedeckelt ist. Das alles solle ganz partizipativ in den Beiräten und Jugendparlamenten verhandelt werden. (Es wäre gerechter, mehr für die „Benachteiligten-Stadtteile“ zu machen. Das wäre Teil des „Kampfes“ gegen die Kinderarmut in Bremen. Denn wer hat schon was dagegen, für die besonders benachteiligten Stadtteile mehr Jugendarbeit bereitzustellen ? Schließlich haben einige „ganz wertfreie“  Statistiker irgendwo in ihrem Kämmerlein die passenden „Sozialindikatoren“ ausgerechnet.)  Natürlich sollte Jugendarbeit dort Schwerpunkte setzen, wo sie besonders gebraucht wird. Natürlich sollte den steigenden Bedarfen in den besonders betroffenen Stadtteilen und Ortsteilen mit zusätzlichen Geldern und Angeboten mithilfe einer guten landesweiten und kleinräumigen Jugendhilfeplanung begegnet werden. Kleinräumig deshalb, weil es in sozialindikatorisch/statistisch "besseren" Stadtteilen durchaus Ortsteile mit sehr hohem Bedarf gibt, z.B. in Burg-Grambke und Marßel. Da der "wohlhabendere" Orsteil St. Magnus ebenfalls zum Stadtteil Burg-Lesum gehört, errechnet sich mithilfe der ausnivellierenden Sozialindikatoren (stadtteilbezogen) eine langfristige Realkürzung in Marßel und Grambke, gerade dort wo es am Dringendsten gebraucht wird. So grassieren dann in den Beiräten und Jugendparlamenten endlose Streitereien unter den Betroffenen um den kleiner werdenden "Kuchen", die geschickt vom eigentlichen Verursacher ablenken: den von der Schuldenbremse diktierten Haushaltsbeschlüssen der Regierungskoalition auf Kosten der Bedarfe der Bremer Bevölkerung, besonders der durch Austeritätspolitik, Hartz IV und Agenda 2010 arm gemachten unter ihnen.

 

Für eine gute Bedarfserfassung müsste der §5 (Jugendhilfebericht) des bremischen Ausführungsgesetzes zum KJHG und der §80 (Jugendhilfeplanung) des SGB VIII endlich beachtet werden und zudem das im Dez. 2014 beschlossene Rahmenkonzept OJA ernst genommen werden. Die gesetzlich vorgeschriebene Jugendhilfeplanung und der umfassende, landesweite Jugendhilfebericht, 1 x Legislaturperiode, fehlt seit 24 Jahren (Ausnahme: zur Familienbildung/Häusern der Familie gab es 2001 einen) ! Schließlich würde die offizielle Benennung der Bedarfe auch in die gesetzliche Gewährleistungs-Verpflichtung einmünden, Jugendarbeit für diese Bedarfe ausreichend und qualitativen Standards genügend bereitzustellen. Seit 20 Jahren sinkt der prozentuale Anteil der Jugendförderung (die Kämmerer nennen es "Zuwendungsbereich") am gesamten Kinder- und Jugendhilfetopf auf erbärmliche 3.5 %. Die Grünen forderten noch 2001 in der Sozialdeputation, damals in der Opposition, einen Anteil von 10%.

 

Vierter TRICK: Viele Jugendhäuser würden gar nicht mehr genutzt, ständen oft leer und hätten zu selten geöffnet. Fast schon hinterhältig, so zu argumentieren, denn all die beschriebenen Missstände sind ja überwiegend die Folge chronischer Unterfinanzierung  seit 4 Legislaturperioden seitens eben jener Politiker*innen selbst, die regelmäßig einen Kotau vor dem Finanzressort machen. Dort lautet die Devise: Wirtschaft (Space-Park ?!) und die private Jacobs-University fördern mit Millionen und Schuldenbremse einhalten durch Kürzungen in der Jugendförderung. Folge: bewußt geplante Strangulierung und Austrocknung, inzwischen auch amtlich bestätigt mit der Antwort des Senats auf die große Anfrage der Linken zu den Folgen von Privatisierung und Budgetdeckelung der letzten 10 Jahren.  link   Den privatisierten Jugendhäusern steht nach 14 Jahren Budgetdeckelung (kleine nominale Erhöhung 2008) das Wasser bis zum Hals und die Betreiber der Freizis konnten gar nicht anders, als angesichts von schwindenden Ressourcen, Personal abzuziehen, tarifliche Bezahlung zu unterlaufen, Öffnungszeiten zu reduzieren, Fortbildung einzuschränken, Programmangebote zu kürzen, Qualität und Innovation zurückzustellen. Von den unsanierten Gebäuden mal ganz abgesehen, die als Querschnittsaufgabe in ganz andere Ressorts gehören.

 

Und wie umgehen mit den Jugendhaus-Immobilien der ehemals gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften (z.B. "Bremische"), die neoliberaler Privatisierung zum Opfer fielen und nun in der Hand von dubiosen Finanzinverstoren (jetzt "Vonovia", vorher "Deutsche Annington") gelandet sind ? Darunter auch die Immobilie des Freizi "Fockengrund". Welche/r Politiker erinnert diese nur auf Profit schielenden Investoren z.B. im Gebiet Alwin-Lonke Straße in Bremen-Grambke an alte soziale Verantwortlichkeiten und die seit Jahren ausstehende Sanierung (oder Neubau ?) der Jugendhaus-Immobilie ?

 

Fünfter TRICK: Nach dem Ausbau der Ganztagsschulen hätten Kinder und Jugendliche angeblich gar keine Freizeit mehr. Wofür also Freizeitheime ? Außerdem könnten doch die Jugendangebote gleich nachmittags in den Schulräumen stattfinden und "moderne" Jugendarbeit zeichne sich durch enge Kooperation zwischen Schule und Jugendhilfe aus. Schließlich hätte Bremen auch fast 50 Schulsozialarbeiter finanziert, mehr Geld gäbe es nun nicht. - Kooperation mit der Schule seitens der Jugendhäuser und Jugendverbände findet ohnehin schon lange statt. Kooperation heißt aber nicht "Anhängsel sein". Und Jugendarbeit ist gerade von seinem außerschulischen Bildungsangebot geprägt. - Kinder und Jugendliche suchen nach „der Mühle“ des stressigen, leistungs- und notendominierten,  durchstrukturierten und kontrollierten Schulalltags gerade AUSSERSCHULISCHE RÄUME und Bildungsangebote mit FREI-RÄUMEN, wo sie chillen können und/oder selbständig und eigenverantwortlich und politisch unabhängig gestalten können. Das haben auch die aktuelleren Umfagen unter Jugendlichen im Vorfeld der Erarbeitung der neuen Rahmekonzeption OJA ergeben. Und:  Schulzeiten gehen ja zum Wohle der Jugend glücklicherweise nicht bis in den Abend, Wochenende und in die Ferien. Die besonderen Kompetenzen der OKJA (Offene Kinder- und Jugendarbeit) erwachsen aus ihren Arbeitsprinzipien der Offenheit, der Freiwilligkeit und Niedrigschwelligkeit, ihrer Lebenswelt- und Alltagsorientierung, dem Aufgreifen sozialer Vielfalt, ihrer Ganzheitlichkeit, Wertschätzung und Partizipation sowie der Gewährleistung des Vertrauensschutzes. Diese aus guten fachlichen Gründen bewußt im KJHG gesetzlich fixierten Arbeitsprinzipien sind nicht einfach in beliebige vom Bildungsressort dominierte Kooperationen in Ganztagsschulen überführbar. Ressourcen der kleinräumigen Sozialräume sind doch gerade en vogue, wo im Modellprojekt ESPQ in Walle nachzulesen, welches zum Ziel hat, die pauschal als "zu teuer" diskreditierten Einzalfallhilfen (SPFH) durch die Erschließung sozialräumlicher Ressourcen zu minimieren.

 

Sechster Trick: Jugendliche sollten doch die Freizis durch "Selbstöffnung"  ohne Personal selbst betreiben, dass hätte vor 40 Jahren die Bewegung für selbstverwaltete Jugendzentren doch angeblich auch angestrebt. - Viele der selbstverwalteten Jugendzentren damals mit ehrenamtlichem Engagement (aus politischem Protest gespeist)  sind verschwunden, weil eine professionelle, verlässliche, verbindliche und langfristige Arbeit fehlte. Es war allerdings die Geburtstunde der offenen Jugendarbeit, wie sie Eingang ins KJHG von 1990 fand. - Wie soll ein ganzes Haus mit nur einer Vollzeitstelle (oder 2 halbe Stellen + Honorarstellen) „gewuppt“ werden ? Wie sollen so berechtigte Urlaubsansprüche und Krankheitszeiten mit guter Vertretung gewährleistet werden ?

Mit der Propagierung von mehr „Selbstöffnung“ durch Jugendliche, also Ehrenamtlichkeit (nicht als Zusatz sondern) als Regelangebot, stiehlt sich die Stadt wieder aus ihrer gesetzlich vorgeschriebenen infrastrukturellen Gewährleistungsverpflichtung heraus und missbraucht das wünschenswerte zusätzliche Engagement junger Menschen für Aufgaben, die  langfristig, professionell und verlässlich nur mit festangestelltem, tariflich entlohntem Personal zu gewährleisten sind, incl. einer fundierten fachlichen Ausbildung, sowie guter Fortbildung und Supervision . "Juleica" hin oder her - das war nicht der Ursprungsgedanke.

 

(Es gibt noch mehr Tricks, wir haben einige wichtige benannt.)

 

Jugend in den Stadtteilen scheint keine Lobby zu haben ? Das müssen wir ändern ! Wir fordern die Fachleute in Wissenschaft, im Amt für Soziale Dienste, bei den freien Trägern und in der Politik auf, ihre Stimme zu erheben, um diesen jugendpolitischen Kahlschlag zu verhindern und die Freizis zu erhalten.              ALLE JUGENDHÄUSER  IN BREMEN  -  ERHALTEN  UND  FÖRDERN  !


Für das Recht in Freiheit und Würde gebildet zu werden

Warum Jugendarbeit und Jugendförderung im Sozialressort bleiben und sich selbstbewußt, fachlich positionieren muss. Ein Link zu einem Artikel des Leiters des Hauses für Jugend und Kultur im Stadtteil Hamburg-Stellingen, Kido Kokoschka, mit dem Titel: „Für das Recht in Freiheit und Würde gebildet zu werden!“   Auszug:

"SchülerInnen sind abhängig vom Wohlwollen überforderter Lehrkräfte, die sie bewerten, kontrollieren – und die sie mitnehmen oder ausschließen können. Nicht selten werden die SchülerInnen beleidigt und erniedrigt. Von „Dumm wie Brot“, „Beweg dein Arsch“, „Faule Socke“, „Harzvierling“ bis zu rassistisch und sexistisch diskriminierenden Beschimpfungen ist alles dabei.
Wer sich als SchülerIn diesem System verweigert, wird im schlimmsten Fall von der Polizei zugeführt. Kein Erwachsener würde sich einer solchen Situation aussetzen wollen. Das Ganztagsschulkonzept verstärkt diese Situation. Selbstbestimmte freie Zeit zur Entfaltung von Persönlichkeit, Kreativität, Fantasie und Individualität wird weiter eingeschränkt. Begreift man die jugendliche Subkultur als Keim gesellschaftlicher Entwicklung von Kunst und Kultur, so ist sie im höchsten Maße gefährdet, weil dafür kaum noch Zeit, Raum und Energie bleibt.
„Das Grauen hat einen Namen: Schule“ – ein Slogan, den ich neulich auf dem T-Shirt einer Schülerin las. Als ich sie im Vorbeigehen fragte, ob sie das tatsächlich ernst meint, antwortete sie: „Du hast keine Ahnung.“ Ein anderer Schüler wurde für das Tragen seines T-Shirts mit der Aufschrift „Schule=Faschismus“ ermahnt.
Joachim Bauer beschreibt 2008 in „Lob der Schule“ die Hetze und die Zeitnot, in denen Lehrkräfte Stoffmengen durchziehen müssen und auf Schwächere kaum Rücksicht nehmen können: „Gerade dieses Abhaken im Eiltempo aber verstärkt wiederum die Neigung des Kollegiums, die Schule als einen Ort des Grauens wahrzunehmen.“


Frau Beranek, Prof. für Medienpädagogik in München: Stellen Sie sich vor, es gäbe einen Ort, an dem Jugendliche egal welcher sozialer und kultureller Herkunft zusammenkommen. An dem sie sie sich kennen lernen und respektieren lernen. An dem sie sich Räume aneignen und ihren Interessen nachgehen können.

Wo sie Vorbilder finden, an denen sie sich orientieren können. Wo sie ihre Vorstellung von Geschlechterrollen hinterfragen und neue Verhaltensmuster ausprobieren können. Wo sie ernst genommen werden. Wo sie ihre erste Liebe finden können. Wo Lebenskrisen bewältigt und Identitäten geformt werden. - Wo Regel aufgestellt und durchgesetzt werden, wo man fair behandelt wird –und sich ausleben kann.

 

Und stellen sie sich vor, dieser Ort würde dann an eine Schule verlegt oder gestrichen werden….

Genau das ist in den letzten Jahren passiert. Es gibt immer weniger Anlaufstellen für Jugendliche, hier werden finanzielle Mittel eingespart, die man eigentlich besser nicht anlegen könnte.

 

Ich sage nicht, dass offene Jugendarbeit das Allheilmittel für unsere aktuellen Probleme ist. Aber es wäre ein Lösungsansatz. Der Ruf, den die Jugendarbeit in der Öffentlichkeit hat, steht in keinem Verhältnis zu dem was dort geleistet wird. Wir sollten die aktuelle Debatte nutzen, um nicht mehr nur über Probleme sondern auch über Lösungen zu sprechen. Eine davon wäre eine Stärkung der offenen Jugendarbeit.     Link zum Blog von Frau Beranek.


Offene Jugendarbeit - in der  Koalitionsvereinbarung 2015 (SPD/Grüne) wieder "das geopferte Stiefkind"- aus fachlicher Sicht und aus Sicht der Jugendlichen eine Katastrophe !

Die Koalitionsvorhaben 2015-2019 lesend muss angezweifelt werden, dass den bremischen Jugendhäusern/Jugendclubs/offenen Jugendeinrichtungen ein gute Zukunft blüht. Im Gegenteil, weil in der Koaltionsvereinarung die alte Leier des Ausbaus der (billigeren, Immobilien-ungebundenen) aufsuchenden Arbeit gesungen wird, sowie die Schulsozialarbeit als konkurrente Jugendarbeit spalterisch gegen die OJA in Stellung gebracht wird. Beide (z.B. "Vaja"-Streetwork und die LAG "Schulsozialarbeit") haben ausdrücklich auf die Notwendigkeit der bestehenden Jugendhäuser auch für ihre aufsuchende und Schulsozialarbeit hingewiesen und sich mit der Forderung nach "30% mehr" solidarisiert.
Alle anderen Formulierungen in der Koalitionsvereinbarung sind vage und bleiben ohne finanzielle Zusagen. Die Beteiligung der Jugend zu fördern, ohne ihnen die finanziellen Ressourcen für die Umsetzung zu geben, eskaliert nur die alten Grabenkämpfe unter den Jugendeinrichtungen verschiedener Orsteile in den Stadtteilen, Beiräten und Controllingausshüssen, wie sie die herrschende Jugendpolitik schon seit Jahren spalterisch betreibt. Nicht nur das: die Mittel aus dem Etat der Stiftung Wohnliche Stadt und auch die "Impulsgelder", die für Verbesserungen in den Stadtteilen zur Verfügung standen, sind praktisch auf null zurückgefahren worden und der Koalitionsvertrag sieht nicht vor, dass sich daran etwas ändert.

 

Kommentierte (in rot) Textpassagen zu Kinder- und Jugendarbeit aus der Koalitionsvereinbarung SPD/Grüne 2015:

 

"Auch Kindern und Jugendlichen gehört die Stadt .Wir unterstützen die bremischen Jugendeinrichtungen in ihrer wertvollen Arbeit [bisher gab es jahrelange Budgetdeckelung - nachgewiesene Realkürzungen, "Aushungern" der Freizis] und werden die aufsuchende Jugendarbeit ausbauen.[Mit welcher fachlichen Begründung soll nur diese "aufsuchende" Facette der OJA ausgebaut werden und andere nicht? Doch nicht etwa, weil sie angeblich ohne Räume auskommt ?] Jugendverbände leisten wertvolle Arbeit zur demokratischen Bildung und Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unseren Städten. Sie sind weiter [Was heißt "weiter"? Die Fortsetzung der Unzulänglichkeit ?] zu fördern.  Wir werden selbstverwaltete Jugendprojekte ermutigen und unterstützen. [Doch nicht etwa, weil diese ohne Personalkosten mit "Selbstöffnung" billiger sind, oder ?] Wir wollen erreichen, dass in jedem Stadtteil Jugendbeteiligungsprojekte gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen entwickelt werden. Junge Menschen haben das Recht auf Beteiligungsprojekte ihrer Wahl und deren Unterstützung durch die Stadtteilbeiräte. [Beteiligung ohne ausreichend Ressourcen ist unredlich und provoziert Grabenkämpfe unter den Jugendeinrichtungen um die knappen Töpfe, die ohnehin woanders intransparent abgekaspert werden.]

Das erarbeitete Rahmenkonzept für offene Jugendarbeit in der Stadtgemeinde Bremen und das Europapolitische Jugendkonzept werden wir umsetzen. [Keine Personalzahlen, keine Haushaltsansätze ? Je vager, desto unglaubwürdiger. Bis Dezember 2015, also 1 Jahr nach Beschluß über das Rahmenkonzept geschah nichts, außer einer intransparenten Unterarbeitsgruppe des JHA mit den GFs der freien Träger über die Kooperation mit Schule] Geld für Jugendarbeit muss so eingesetzt werden, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, kultureller Identität, Behinderung, sozialem Umfeld und Einkommen der Eltern, der Zugang zu Freizeitaktivitäten ermöglicht wird. [Wo sind die dafür notwendigen Sockelbeträge für alle Einrichtungen, die Programmmittel, die Refinanzierung der unerlässlichen Fortbildungen für die Kollegen*innen und wo bleibt das Fachkräftegebot  und die Refinanzierung der Tariflohnsteigerungen?]

Wir begreifen die Stadt als Lebensraum für Kinder und Jugendliche – darum wollen wir eine Spielleitplanung für alle Stadtteile. Auch in neuen Quartieren muss Platz für Kinder und Jugendliche sein. Bremen braucht ein Spielraumförderprogramm."  [ Vorher wurden kommunale Programme, z.B. "Impulsgelder", für diese Zwecke zusammengestrichen?] (Aus der downloadbaren Koalitionsvereinbarung 2015-2019)


Vor der Landtagswahl 2015: Wut über arrogante RegierungspolitikerInnen

Die freien Träger, 2006 nach der Privatisierung durch die große Koalition (SPD/CDU) Betreiber der ehemals 20 kommunalen Freizis, der Bremer Jugendring und die Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtspflege, Sozialarbeiter*innen und Jugendliche, sowie Jugendverbände in Bremen setzen sich für eine deutliche Erhöhung des Etats der Jugendarbeit ein.

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Positionspapier der Freien Träger der Kinder- und Jugendarbeit vertreten durch die Bremer Jugendverbände im Bremer Jugendring, die LAG der Wohlfahrtsverbände und das Bündnis 30 %
zur Weiterentwicklung der Bremer Kinder-und Jugendförderung _ Sept. 2014
Positionen-LAG-JV-Bündnis-30-Final-18.9.
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Über die desaströsen Folgen von Privatisierung und Budgetdeckelung

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Privatisierung+Budgetdeckelung i.d. Jugendförderung_Stadtbürgerschaft Bremen_Plenarprotokoll 21.10.2014
Privatisierung+Budgetdeckelung i.d. Juge
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50 Sozialarbeitern*innen und Jugendliche fordern auf der Tribüne der Bürgerschaft und ca. 200 auf dem Marktplatz: Erhalt ihrer Jugendhäuser !

Dieser am 20.05.2014 von der Fraktion DIE LINKE eingebrachte Entschließungsantrag wurde von allen Abgeordneten der SPD (auch Herr Möhle) und Grünen (auch Frau Neddermann) abgelehnt. Neddermann wurde im Mai 2015 folgerichtig von den Bremer*innen nicht mehr in die Bürgerschaft gewählt.

 

Offene Kinder- und Jugendarbeit stärken – alle Einrichtungen erhalten. Außerschulische Jugendarbeit mit ihren vielfältigen Angeboten stellt besonders für Kinder und Jugendliche aus einkommensärmeren Familien, aber auch im Allgemeinen, Unterstützung und Begleitung in einer sensiblen Lebensphase zur Verfügung. Sie nimmt damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe war. Viele Angebote der außerschulischen Jugendarbeit sind auch im Hinblick auf präventive Ziele von Relevanz, insbesondere im Rahmen der Sucht- und Gewaltprävention, aber auch zur Förderung der Selbst- und Mitbestimmung und des sozialen Engagements. Dies gilt vor allem für die offene Jugendarbeit, die vorwiegend in Jugendzentren und -treffs sowie in Form von aufsuchender bzw. mobiler Jugendarbeit verfügbar ist. Die Besetzung des Freizeitheims Buntentor durch Jugendliche als Reaktion auf eine beschlossene Mittelverschiebung zwischen Einrichtungen im Stadtteil Neustadt zeigt den dringenden Handlungsbedarf. Vor diesem Hintergrund möge die Stadtbürgerschaft beschließen:

1. Wir begrüßen, dass Jugendliche sich für den Erhalt ihrer Einrichtungen und Belange engagieren, wie im Buntentor. 2. Wir stellen fest, dass die offene Kinder- und Jugendarbeit in Bremen erhalten und gestärkt werden muss. 3. Wir lehnen alle Schritte ab, die vor Beschlussfassung eines neuen Konzepts für die Kinder- und Jugendförderung die bestehenden Einrichtungen oder Angebote einschränken oder aushöhlen. 4. Wir stellen fest, dass die Jugendfreizeiteinrichtungen durch steigende Energie- und Sanierungskosten ökonomisch stark belastet sind und begrüßen eine Überprüfung der Zuweisung dieser Kosten in andere Ressorts.                                 (Cindi Tuncel,Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE)


Freizi Buntentor - 144 Tage durch Jugendliche besetzt !

Nur 3,5 % des Jugendhilfetats gibt Bremen inzwischen für Jugendarbeit aus, nachdem 2006 alle Freizis privatisiert wruden und umgehend das Budget gedeckelt wurde. In 2014 drohte das Freizi Buntentor, wie vorher schon das Freizi Wehrschloß, geschlossen zu werden. Die ohnehin schon lange knappen Mittel sollten innerhalb des Stadtteils "Neustadt" von einem Ortsteil in einen anderen Ortsteil, der berechtigterweise auch Angebote offener Jugendarbeit braucht, umverteilt werden. Das ließen sich die kampfbereiten Jugendlichen nicht gefallen. Sie besetzten ihr Freizi kurzerhand. Eine tolle Aktion, die es sogar bis in die bundesweiten ZDF-Nachrichten schaffte, monatelang in der Presse war, zu Extrasitzungen des Jugendhilfefausschusses und zu Analysen seitens der Jugendamtsleitung führte.

Beteiligungsorientierte Umverteilung vorher bewußt verknappter Finanzen für Offene Jugendarbeit in "benachteiligtere" Ortsteile ist ein von der Landesregierung erfolgreich favorisiertes Mittel, die Fachkräfte und Jugendlichen und die prekär refinanzierten Träger, sowie die Orsteile in einem heillosen Durcheinander gegeneinander aufzuhetzen. Nach dem Motto: Gönnt ihr etwa den anderen nicht auch ihr Freizi ? Wer machts am Billigsten, mit untertariflichen Löhnen oder möglichst mit Ehrenamtlichkeit als Regelfall ("Selbstöffnung")? Eine perfide Methode, die davon ablenken soll, wo der Hauptverantwortliche sitzt, nämlich in der angeblich alternativlosen Austeritätspolitik der herrschenden Landesregierung, die die Eckwerte im Sozialressort zu knapp setzt und zudem die offene Jugendarbeit als "Zuwendungsbereich", von Kämmernern fälschlicherweise als "freiwillige Leistungen" abqualifiziert, dem Schuldenbremsenregiment unterwirft.

https://www.facebook.com/pages/Besetzungsseite-des-Freizis-Buntentor/606273639454705

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Die Stimmen der Jugendlichen aus der Neustadt über den skandalösen Beiratsbeschluss und die Bürgerschaftsdebatte im Febr. 2014
Stimmen der Jugend aus der Neustadt_ Fac
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Das "Bündnis 30% mehr Zukunft" und das besetzte Freizi Buntentor

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Fachforum: „Jugendarbeit – nicht mehr im grünen Bereich“
Podiumsdiskussion, organisiert vom "Bündnis 30 Prozent mehr Zukunft" – ein Zusammenschluss von Jugendlichen und Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen – lud ein ins Freizi Findorff; ca. 200 kamen, davon ca. 70% Jugendliche aus den Freizis.
WK West 20.03.14 Podiumsdiskussion des B
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Stellungnahme des Bremer Bündnis Soziale Arbeit: FÜR OFFENE JUGENDARBEIT UND JUGENDVERBANDSARBEIT– FREIZIS ERHALTEN ! Jugendarbeit darf keine Dispositionsmasse von Sparkommissaren sein!
BBSA+Presseerklärung+Offene+Jugendarbeit
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"Bündnis 30% mehr Zukunft" für die Jugendarbeit - 30.01.2013 gegründet

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Presseerklärung 31.01.2013
Alle Anwesenden, ca. 60 Vertreter_innen von Jugendhäusern und -verbänden, haben für die Forderung von "30% mehr" ihre Hand gehoben.
Jugendarbeit fordert 30 Prozent mehr - P
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Die Landesarbeitsgemeinschaft der SchulsozialabeiterInnen unterstützt seit vielen Jahren die Forderungen der Kollegen*innen der offenen Jugendarbeit. Ihre Online-Auftritte unter diesen LINKS:

http://www.schuso-bremen.de/

https://www.facebook.com/LagSchulsozialarbeitBremen


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Grundsätzliche Unterschiede zwischen Zuwendungen und Entgeltfinanzierung
A. Bei der Finanzierung von Leistungen durch die öffentliche Hand sind grundsätzlich drei Arten mit jeweils eigenständigen Rechtsgrundlagen zu unterscheiden: 1. Öffentlich-rechtliche Leistungserbringungsvereinbarungen 2. Zuwendungen 3. Privatrechtliche Leistungsverträge
B. Unterschiede zwischen Leistungserbringungsentgelten und Zuwendungen
C. Prüfrechte
Zuwendungs und Entgeltfinanzierung_Unter
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Links zu Vorträgen und Videos