Das Bremer Bündnis Soziale Arbeit ist ein freier Zusammenschluss von Menschen, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für soziale Gerechtigkeit engagieren.

Praktiker und Studenten*innen, Lehrbeauftragte, Hochschullehrer*innen, Berufsanfänger*innen und "alte Hasen" aus den verschiedenen Praxisfeldern Sozialer Arbeit, bzw. sozial engagierte Akteure - jede/r ist auf unseren Treffen willkommen und kann aus eigener Motivation, im Rahmen des jeweils zeitlich möglichen, mit fachlich/kritischem Sachverstand zum Gelingen beitragen. Wir führen keine Mitgliedsbücher und erheben keine Beiträge und freuen uns über Ideen und Initiativen aller Art.

 

Arbeitsbedingungen und Löhne im Sozialbereich sind miserabel (siehe hier.)   Sorge- oder Care-Berufe sind traditionell (kirchliche) Frauenberufe und deutlich unterbewertet. Ca. 2/3 der gesellschaftlich geleisteten Care-Arbeit wird von Frauen weiterhin ohne Bezahlung geleistet, was bei zunehmender Hereinnahme weiblicher Arbeitskraft in den Verwertungsprozess unter den gegebenen kapitalistischen Bedingungen zu immensem Zeitstress, Doppel- und Dreifachbelastungen, sowie Armut besonders der Einelternhaushalte führt, überwiegend Mütter. Die Folgen dieser gesamtgesellschaftlichen (Erziehungs-)Überlastung der Familien zeigen sich in expandierenden, unter der Schuldenbremse chronisch unterfinanzierten und personell unterausgestatteten, Bildungs-, Betreuungs- und Jugendhilfeangeboten. Mehr Zeit zum Leben durch Arbeitsumverteilung statt Arbeitszeitverlängerung ist das Ziel einer unterstützenswerten Bremer Arbeitszeitinitiative,  mit einer breiten Kampagne Arbeitszeitverkürzung jetzt ! Mithilfe der in Grundgesetz verankerten Koalitionsfreiheit (Artikel 9, Abs. 3) können Beschäftigte gewerkschaftliche Gegenmacht (notfalls mit Streiks) entwickeln und Verbesserungen erreichen, weshalb wir gerne mit Gewerkschaften kooperieren.

Alle an einer Verbesserung der (Arbeits-) Bedingungen Sozialer Arbeit und aktiver Einmischung in bremische Sozialpolitik Interessierten, d.h. Studenten und Studentinnen, Sozialarbeiter und Sozialpädagoginnen, Bürger und Bürgerinnen, freie und öffentliche Träger, Gewerkschaften und Interessensverbände etc. sind Teil des Netzwerkes oder können es noch werden, denn unsere kritische Fachlichkeit steht zur Disposition durch einen angeblich alternativlosen "Sachzwang" von budgetorientierter Notpolitik gesteuert aus dem Finanzressort. Die seit Jahrzehnten verfolgte Steuersenkungs-Politik fast aller Parteien gegenüber den Hyperreichen in diesem Land und die dadurch absichtlich herbeigeführte Handlungsunfähigkeit der Kommunen wird gerne vertuscht. Wir wollen Licht in dieses Dunkel bringen.

 

Hier eine Übersicht unserer Aktionen und von uns organisierter Tagungen seit unserer Gründung 2011 (weitere findet ihr auf dieser WEB-Seite unter der Rubrik Aktionen/Fachtage):

1. Fachtag 03.11.2011

Foto: Fast 200 SozialarbeiterInnen/-pädagogen kamen zum ersten Fachtag am 3.11.2011 im Bürgerhaus Vahr. Thema:  (Arbeits) Bedingungen Sozialer Arbeit.


2. Fachtag 14.03.2014    Ist die "Würde" neuerdings verhandelbar ?

Foto: Ca 120 TeilnehmerInnen am zweiten Fachtag am 14. März 2014 im DGB-Haus: 

Die Würde in der Sozialen Arbeit ist (un) antastbar ?!


3. Fachtag 25.02.2015 zum Neoliberalismus und Soziale Arbeit

Foto: Ca 100 TeilnehmerInnen kamen zum dritten Fachtag am 25. Febr. 2015 in die Universität Bremen: Neoliberalismus, Sozialpolitik und soziale Arbeit


Podiumsdiskussion am 17.11.2015 zum kirchlichen Sonderrecht

Podiumsdiskussion am 17.11.2015

 

"Sind die kirchlichen Sonderrechte im Arbeitsrecht noch zeitgemäß ?"

 

 

Zu dieser Frage organisierte ver.di und unser Bremer Bündnis Soziale Arbeit, eine moderierte Podiumsdiskussion mit

  • Vertretern der bremischen evang. Kirche und Diakonie,
  • Gewerkschaften und
  • einem Fachanwalt für Arbeitsrecht

im DGB-Haus in Bremen.

 


Diskussionsabend am 29.02.2016 zum Thema: Jugendberufsagenturen

Zusammen mit dem Netzwerk gegen Hartz IV und "Die Linke" Bremen und der Referentin emer. Prof.in Marion Panitsch-Wiebe (HAW Hamburg).   "Junge Menschen haben im Sinne des SGB VIII ein Recht auf ganzheitliche Förderung ihrer Persönlichkeit, wobei Benachteiligungen abzubauen und positive Lebensbedingungen zu schaffen sind. [...] die marktorientierte – managerialistische Ausrichtung der Jugendhilfe im neosozialen Wohlfahrtsstaat hat zur deutlichen Reduzierung von Jugendhilfeangeboten für Jugendliche und Jungerwachsene bis zum 27. Lebensjahr beigetragen. Statt mit Respekt wird ihnen vermehrt mit Misstrauen, Regelungsdichte, Eingriffe in die private Lebensführung und Sanktionsbereitschaft der Jugendberufsagentur begegnet."


Diskussionsabend 27.04.2016 zu den Jugendberufsagenturen

Ein Diskussionsabend am 27. April 2016  Kann Soziale Arbeit Jede*r ? Oder müssen wir unsere Profession neu bestimmen ? Drohende Erosion des Fachkräftegebots.


Abendveranstaltung am 01.06.2017

Dirk Braun und die Referenten: Dr. Wolfgang Hammer und                                                                                                           Kolja Fuchslocher


Veranstaltung am 14.05.2018 zu dualen und privaten Studiengängen

Ca. 35 hochmotivierte Teilnehmern*innen beteiligten sich an der anregenden Diskussionsveranstaltung "Studiengänge für akademisch qualifizierte Soziale Arbeit ausbauen" im Tivolisaal im DGB Haus, die von Marie Seedorf moderiert wurde. Viele haben geräumt und organisiert, ver.di und GEW haben den Raum und Getränke spendiert, 4 Referenten haben interessante Impulsreferate eingebracht, es wurde noch bis nach 19h weiter diskutiert in der Fishbowl. Deutlich wurde: Wir brauchen dringend deutlich mehr reguläre Studienplätze an der Hochschule und die Reetablierung des Studiengangs Sozialpädagogik an der Universität Bremen. Es wäre eigentlich ganz einfach, wenn die Schuldenbremse weg wäre und die Hyperreichen ordentlich besteuert würden.


Nachmittags: "Nacht der Sozialen Arbeit" am 10.08.2018

Rede der langjährig in unserem Bündnis engagierten Sozialarbeiterin Cornelia Barth am 10.08.2018 auf dem Bremer Marktplatz anläßlich der "Nacht der Sozialen Arbeit".

 

Link: Cornelia Barth´s Rede als Video auf Vimeo.

(leider um 90 Grad gedreht aufgenommen)


Fachtagung: "Soziale Arbeit und die Wohnungsfrage" am 18.03.2019

Wie verträgt sich die Flut an Seminaren, die sozialpolitische Propagierung und die fachwissenschaftlichen Veröffentlichungen über sozialräumliche Soziale Arbeit mit der weitgehenden Ignoranz der Disziplin und Profession Soziale Arbeit gegenüber den harten sozioökonomischen und politischen Faktoren. Diese führen dazu, dass gerade die Adressaten*innen Sozialer Arbeit zunehmend aus den innerstädtischen Quartieren verdrängt werden und in Quartieren mit schlechterer KiTa- und Schulversorgung landen, wo niedrigschwellige, sozialräumliche Angebote (Spielplätze, Freizeitheime, Beratungstellen, Häuser der Familie, Kultur, Altenbegegnungstätten usw.) Mangelware sind. Sie wurden im Zuge der von der grünen Finanzsenatorin Caroline Linnert als alternativlos erklärten Schuldenbremse auch noch ständig mit (Real)Kürzungen ihrer staatlichen Zuweisungen kämpfen müssen und Personal konfrontiert. Es geht also auch um die politische Verantwortung um eine sozial-gerechte Stadtenwicklung.

 


Zum Selbstverständnis des Bündnisses

 

Das BremerBündnis Soziale Arbeit setzt sich aus gleichberechtigten Personen zusammen. Ein gemeinsamer Austausch auf Augenhöhe ist dort möglich. Das Bündnis verbindet Menschen mit unterschiedlichsten Positionen und Meinungen an den gemeinsamen Schnittstellen und gibt dem Wunsch die (Arbeits-) Bedingungen zu verbessern einen Raum.

Wir wissen um die hohe zeitliche Einbindung jedes Einzelnen, darum freuen wir uns über jede Form der Mitwirkung im Bündnis und stellen keinen Anspruch auf regelmäßige Teilnahme an Aktionen. Ganz im Gegenteil: Du selbst kannst deinen Einsatz steuern und mitwirken, soviel du magst und woran du Interesse hast.

 

Das Bündnis selbst versteht sich:

  • als freiwilliger Zusammenschluss von Personen
  • als zeitlich unbefristet
  • als unabhängig
  • als kostenlos, lediglich für Veranstaltungen wird ggf. ein geringer Unkostenbeitrag erbeten, damit bspw. die Raummiete bezahlt werden kann.