1300 Kinder starben (von 2005-2016) in den Händen des chilenischen Staates, privater und katholischer Kinderheime. Unter den schon vor Jahren schwer belasteten Sexual-Straftätern befindet sich der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus.

Nachdenkseiten 13.08.2017: Eine Untersuchungskommission des Parlaments in Valparaíso warf dem Nationalen Dienst für Minderjährige (SENAME) und den chilenischen Regierungen seit 2005 vor, für den Tod von mindestens 1.300 Kindern und Jugendlichen im Verlauf der vergangenen 11 Jahre verantwortlich zu sein. Als Todesursachen benennt der Untersuchungsbericht die systematische Verletzung der Aufsichtspflicht, Verwahrlosung, lebensbedrohliche medikamentöse Behandlungen, Gewaltanwendung, Bildung von Prostitutionsringen und Vergewaltigungen hunderter Minderjähriger, auch durch Leiter beauftragter katholischer Kinderheime. Unter den schon vor Jahren schwer belasteten Sexual-Straftätern befindet sich der ehemalige Bischof von La Serena und Chillán, Francisco José Cox Huneeus. Um den Justizbehörden zu entkommen, zogen Vatikan und die chilenische Kirche den “Würdenträger” aus dem Verkehr und verordneten ihm „Buß- und Bet-Arbeit” im Vaterhaus der Schönstatt-Bewegung, im pfälzischen Vallendar.

Eine schonungslose Berichterstattung und Aufarbeitung, sowie Verurteilung der Verantwortlichen wird von Regierungsseite eher behindert. Der Alarm wurde zum ersten Mal ausgelöst, als 2013 die sogenannte “Kommission Jeldres” – ein 0,5 Millionen Euro teures Untersuchungsprojekt des Kinderwerks der Vereinten Nationen (UNICEF) in Zusammenarbeit mit der chilenischen Justiz, koordiniert von der Richterin Mónica Jeldres – ihren Abschlussbericht zur Lage der chilenischen Heimkinder vorlegte.

Zu den Mängeln der Betreuung zählte die Studie unqualifiziertes, zum Teil illegal beschäftigtes Personal, katastrophale hygienische Zustände in den (offene, halb geschlossenen und geschlossenen Einrichtungen, Vetternwirtschaft, mangelnde Finanzierung auf der einen, Mittelveruntreuung auf der anderen Seite (selbst durch subventionierte Stadtverwaltungen), und vor allem, Vertuschung dieser Zustände. Zu den alarmierenden Risiken der Kinder gehörten nichtbehandelte Erkrankungen, Verwahrlosung, Gewalttätigkeit und weitverbreiteter sexueller Missbrauch durch ältere Heimkameraden und Heimleiter.

Santiagos Erzbischof Ricardo Ezzati wurde 2013 bereits zur Aussage vor dem SENAME-I-Ausschuss gezwungen, nachdem der Jeldres-Report nachgewiesen hatte, dass zwischen 40 und 45 Prozent der Heimkinder in subventionierten Unterkünften der Kirche sexuell missbraucht werden; darunter auch Heime des deutschen Schönstatt-Ordens, wie der im pfälzischen Vallendar straflos genießende Ex-Bischof Cox Huneeus.


40 tote Mädchen nach Brand im "Schutz-Heim" in Guatemala am 8. März 2017. Es stand seit Jahren in der Kritik. Jugendliche machten vergeblich auf sexuelle Misshandlungen und andere Gewalttaten aufmerksam.

Amerika 21 berichtet über die Tragödie (40 tote Mädchen nach dem Brand am 8. März 2017) in einem staatlichen Heim in Guatemala-Stadt am 8. März 2017 - UNICEF u.a. fordern eine vollständige Aufarbeitung.

 

"Der Direktor der präsidentiellen Wohlfahrtskommission Guatemalas, Carlos Rodas, die für Kinderschutz zuständige Vizedirektorin Anahy Keller und Santos Torres, der Leiter des Kinderheims Maria Himmelfahrt sind festgenommen worden. Ihnen wird im Fall des Todes von 40 Mädchen des Kinderheims Maria Himmelfahrt vorsätzlicher Mord, Misshandlung von Kindern und Pflichtverletzung vorgeworfen.

 

Am 8. März verbrannten 40 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren in einem Heim, nachdem sie nach ihrer Flucht von der Polizei zurückgebracht und von dieser in einem Saal eingeschlossen worden waren. Neun Mädchen und Jungen, die aufgrund schwerer Verbrennungen noch in Lebensgefahr schweben, wurden zur Behandlung in die USA gebracht, weitere 13 sind in Krankenhäusern der Hauptstadt untergebracht. Präsident Jimmy Morales hatte den Polizeieinsatz persönlich angeordnet.

 

Die genauen Umstände des Brandes sind noch nicht bekannt. Die Untersuchungen werden von der Staatsanwaltschaft und dem Forensischen Institut durchgeführt. Die 40 Todesopfer wurden auf sexuelle Gewalt und Drogen untersucht, 39 konnten bis jetzt identifiziert werden. Erst einige Tage nach dem Brand wurden Kinder und Jugendliche in andere Institutionen untergebracht. Das Heim stand seit Jahren in der Kritik, mehrfach berichteten Jugendliche über sexuelle Misshandlungen und andere Gewalttaten durch Personal.

Unter diesen unklaren Umständen werfe jede Information weitere Fragen auf, meinte der Direktor des Instituts für Nationale Angelegenheiten. Die Regierung zeigt sich zurückhaltend. Der festgenommene Leiter des Kinderheims weist jede Verantwortung von sich. Die Schlüssel zum Raum, wo die Mädchen untergebracht waren, habe ein Polizist bei sich getragen, der nicht aufzufinden war."


Tausende (viele davon minderjährig) fliehen aus El Salvador, Honduras und Guatemala vor der Gewalt. Tiefere Ursache: Landraub durch Agrokonzerne und Verlust von "Habitat", zerstörtes Land: Totes Land, totes Wasser !

...fleeing deadly gang violence, and the region still suffers from some of the highest rates of violence in the world. As the US continues to face a growing migration crisis along its border with Mexico, some refugees tell their stories     video link the guardian 4. August 2016

As huge numbers of Syrian and African refugees risk their lives crossing the Mediterranean Sea to escape war-torn states, advocates say a parallel refugee crisis has unfolded on America’s doorstep amid an undeclared but increasingly brutal war between criminal groups and security forces.

An estimated 80,000 people from El Salvador, Guatemala and Honduras, mostly families and unaccompanied children, are expected to apply for asylum overseas this year – a 658% increase since 2011, according to the UN refugee agency (UNHCR). Tens of thousands more will be forcibly displaced, but not seek international help.

During the 1980s, the three countries known as the northern triangle were blighted by vicious civil wars between US-backed military dictatorships and leftist guerrilla groups. But even after ceasefires were agreed, peace never came to the region as unresolved inequalities and amnesties which let war criminals escape justice fuelled a new wave of violence and corruption.

This toxic mix of warring gangs and corrupt security forces is driving one of the world’s least visible refugee crises, Amnesty International will say in a new report on Friday.