Das Heim stand seit Jahren in der Kritik. Jugendliche machten vergeblich auf sexuelle Misshandlungen und andere Gewalttaten aufmerksam.

Amerika 21 berichtet über die Tragödie (40 tote Mädchen nach dem Brand) in einem staatlichen Heim in Guatemala-Stadt am 8. März 2017 - UNICEF u.a. fordern eine vollständige Aufarbeitung.

 

"Der Direktor der präsidentiellen Wohlfahrtskommission Guatemalas, Carlos Rodas, die für Kinderschutz zuständige Vizedirektorin Anahy Keller und Santos Torres, der Leiter des Kinderheims Maria Himmelfahrt sind festgenommen worden. Ihnen wird im Fall des Todes von 40 Mädchen des Kinderheims Maria Himmelfahrt vorsätzlicher Mord, Misshandlung von Kindern und Pflichtverletzung vorgeworfen.

 

Am 8. März verbrannten 40 Mädchen zwischen 13 und 17 Jahren in einem Heim, nachdem sie nach ihrer Flucht von der Polizei zurückgebracht und von dieser in einem Saal eingeschlossen worden waren. Neun Mädchen und Jungen, die aufgrund schwerer Verbrennungen noch in Lebensgefahr schweben, wurden zur Behandlung in die USA gebracht, weitere 13 sind in Krankenhäusern der Hauptstadt untergebracht. Präsident Jimmy Morales hatte den Polizeieinsatz persönlich angeordnet.

 

Die genauen Umstände des Brandes sind noch nicht bekannt. Die Untersuchungen werden von der Staatsanwaltschaft und dem Forensischen Institut durchgeführt. Die 40 Todesopfer wurden auf sexuelle Gewalt und Drogen untersucht, 39 konnten bis jetzt identifiziert werden. Erst einige Tage nach dem Brand wurden Kinder und Jugendliche in andere Institutionen untergebracht. Das Heim stand seit Jahren in der Kritik, mehrfach berichteten Jugendliche über sexuelle Misshandlungen und andere Gewalttaten durch Personal.

Unter diesen unklaren Umständen werfe jede Information weitere Fragen auf, meinte der Direktor des Instituts für Nationale Angelegenheiten. Die Regierung zeigt sich zurückhaltend. Der festgenommene Leiter des Kinderheims weist jede Verantwortung von sich. Die Schlüssel zum Raum, wo die Mädchen untergebracht waren, habe ein Polizist bei sich getragen, der nicht aufzufinden war."