Roman von Mechthild Seithe zur Lage der Kinder- und Jugendhilfe

Wenn wieder mal ein Kind durch Gewalt oder Vernachlässigung zu Tode kommt, fallen alle über die Jugendhilfe her: „Skandal! Die Jugendhilfe hat mal wieder versagt!“

Dieser Roman handelt von den eigentlichen Skandalen unserer Jugendhilfe.

 

Inhaltsverzeichnis

AUFTAKT

LEITER UND LEITERN

GELD ODER LEBEN

AUF DER KIPPE

UNTERNEHMEN IST UNTERNEHMEN

DIE LUFT WIRD DÜNNER

AUF MESSERS SCHNEIDE

IN DER KLEMME

DER SKANDAL EPILOG

 

 

Der Roman hat ca. 300 Seiten und erscheint im Februar 2017. Vorbestellung möglich unter: zumwohle.roman@gmx.de


Neues Buch von Christoph Butterwegge: ARMUT

»Armut« ist ein brisanter, weil politisch-normativer, emotional besetzter und moralisch aufgeladener Begriff. Christoph Butterwegge diskutiert den Armutsbegriff, wirft einen Blick auf die Geschichte der Armut und vermittelt die theoretischen Grundlagen.

 

Er stellt die Hauptrichtungen der Armutsforschung vor, erläutert die gängigen Methoden der Armutsmessung und hinterfragt die statistische Datenlage, wie sie die Armuts- und Reichtumsberichte der Bundesregierung dokumentieren.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Finnland und die Niederlande wollen es 2017 einführen, auch in Deutschland gibt es Befürworter. Der Armutsforscher Christoph Butterwegge warnt davor. Es werde den Kündigungsschutz aushebeln und den Sozialstaat zerschlagen, sagt er dem 3sat-Wirtschaftsmagazin makro.

Zitat aus dem Interview: "...nicht zufällig gehören namhafte Unternehmer und Spitzenmanager großer Konzerne wie der Telekom und der Post zu den Verfechtern eines bedingungslosen Grundeinkommens. Denkt man die Grundeinkommenslogik zu Ende, könnten schließlich alle übrigen Sozialleistungen abgeschafft und alle sozialpolitisch motivierten Regulierungen des Arbeitsmarktes gestrichen werden

 

Es gäbe womöglich keinen Schutz vor Kündigungen mehr, sondern bloß noch betriebliche Abfindungsregeln. Flächentarifverträge erscheinen vor diesem Hintergrund genauso entbehrlich wie Mindestlöhne. Auch müssten die Unternehmer nicht mehr viel 'oben drauf' legen, um Arbeitskräfte zu rekrutieren. Denn die Menschen arbeiten ja nicht bloß des Geldes wegen, da haben die Grundeinkommensbefürworter durchaus recht, sondern auch, um einen Lebenssinn zu finden, sich nützlich zu machen und etwas für die Gesellschaft zu tun. Das bedingungslose Grundeinkommen wäre gewissermaßen ein Kombilohn für alle Bürger, so wie Hartz IV ein Kombilohn für 1,2 Millionen Aufstockerinnen und Aufstocker ist."

 


Ulrich Schneider: Kein Wohlstand für alle !? Wie sich Deutschland selber zerlegt und was wir dagegen tun können - erschienen Februar 2017

"Liest man das Buch, dann merkt man sehr schnell, dass es Schneider nicht nur um die gut 15 Prozent der Bevölkerung geht, die in Deutschland als arm gelten, sondern auch um jene rund 40 Prozent der Bevölkerung, die von der „Hand in den Mund“ leben, weil sie keine Ersparnisse bilden können, um die Leiharbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen oder all jene mit brüchiger Erwerbsbiographie, die später einmal von Altersarmut bedroht sind. Schneider sieht das Land aber nicht nur sozial, sondern auch regional gespalten. „Es gibt mittlerweile Regionen wie Bremerhaven oder Gelsenkirchen mit Hartz-IV-Quoten unter den Kindern von über 40 Prozent – eigentlich unvorstellbar“, schreibt er.

Die zunehmende soziale Ungleichheit ist freilich kein Zufall, sondern „ins Werk gesetzt von Lobbyisten“. Diese hätten den „sukzessiven Rückzug des Staates aus seiner sozialstaatlichen Verantwortung“ vorangetrieben. Den Startpunkt dieser Entwicklung sieht Schneider Anfang der 80er Jahre in der Angebotspolitik des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl, die 1998 von SPD und Grünen nicht nur nahtlos fortgesetzt, sondern sogar noch forciert werden sollte. „Die Antwort der rot-grünen Bundesregierung fiel nach mittlerweile bekanntem angebotspolitischem Muster aus – nur viel brachialer als unter Helmut Kohl“, schreibt Schneider. Er zählt auf: die Senkung des Spitzensteuersatzes von 53 auf 42 Prozent, die Senkung der Körperschaftsteuer, die Steuerbefreiung beim Verkauf von Unternehmensbeteiligungen, die Demontage der gesetzlichen Rente, die Agenda 2010." (Quelle)


No Is Not Enough: Resisting Trump's Shock Politics and Winning the World We Need - Naomi Klein (Aug. 2017)

Wie konnte es dazu kommen, dass Donald Trump Präsident der USA wurde? Der mit »alternativen Fakten« gegen Einwanderer, gegen Frauen, gegen Wissenschaft, gegen Pressefreiheit hetzt und seine populistische Agenda schamlos durchsetzt? Überzeugend zeigt Naomi Klein, dass Trump weder aus dem Nichts aufgetaucht ist noch ein politischer Unfall ist. Seine Wahl ist die konsequente Fortsetzung einer Entwicklung, die schon vor Jahren begann. Trump ist Agent eines ungezügelten Kapitalismus, zunehmender Ungleichheit, zunehmenden Rassismus und Protektionismus. Um gegen seine perfide Strategie der Schock-Politik anzugehen, braucht es mehr als Wut und Protest.
Aus ihrer messerscharfen Analyse entwickelt die bekannte Aktivistin und Bestsellerautorin Naomi Klein eine ganz konkrete, optimistische Strategie des neuen Widerstands.


"Freizeit ohne Kontrolle" - die Jugendzentrumsbewegung der 1970er  Jahre von  David Templin

"David Templin hat in seinem Buch „Freizeit ohne Kontrolle“ die Geschichte dieser [der Jugendzentrums-] Bewegung aufgearbeitet. „Tausende junger Aktivistinnen und Aktivisten sind damals auf die Straße gegangen und haben sich für einen Ausbau der offenen Jugendarbeit engagiert“, sagt der 33-jährige Hamburger. Zwischen 1972 und 1976 seien viele selbstverwaltete Zentren gegründet worden. Häufig sei das Experiment allerdings gescheitert. „Viele Jugendliche kamen in die Einrichtungen, um sich einfach nur mit Gleichaltrigen zu treffen und Musik zu hören. Die Initiatoren waren überfordert und sahen sich konfrontiert mit Angriffen aus Politik und Medien.“ ... Von der Vahr über das Viertel und die Neustadt bis nach Seehausen gründeten sich in den 70er-Jahren Initiativen und oft auch selbstverwaltete Jugendclubs. In mehreren Stadtteilen kam es zu Hausbesetzungen, beispielsweise im Juni 1971 im Fedelhören und 1973 Auf den Häfen 30/32 – der heutigen Geschäftsstelle der AWO." (Weserkurier 10.11.2016) Mehr Infos dazu auch im Bremer Archiv der sozialen Bewegungen auf www.archivbremen.de


Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung ... was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können. Ein neues Buch von Ulrike Herrmann

"Die Neoklassik dominiert heute alle Lehrstühle. Leider tut dieser Ansatz so, als würden wir in einer fiktiven Tauschwirtschaft wie im Mittelalter leben. Das ist kein Witz. Konzerne, Maschinen, Investitionen oder Kredite spielen in dieser Theorie keine zentrale Rolle. Selbst Gewinne und Geld fehlen." ... "Die letzte Finanzkrise hat weltweit Billionen gekostet. Dieser Crash wurde nur möglich, weil Krisen in der Neoklassik nicht vorkommen. Daher muss man zu Smith, Marx und Keynes zurückkehren, wenn man verstehen will, wie der real existierende Kapitalismus funktioniert." (Rezension des neuen Buches von Ulrike Herrmann)


Unterwerfung als Freiheit - Leben im Neoliberalismus - Patrick Schreiner

Weit über Politik und Wirtschaft hinaus hat sich der Neoliberalismus längst im Alltagsleben der Menschen verankert. Patrick Schreiner befasst sich mit seinen unscheinbaren, vermeintlich unpolitischen Erscheinungsformen. Er fragt nach den alltäglichen Mechanismen, durch die Menschen neoliberale Ansätze und Ideen als gut, angemessen und alternativlos akzeptieren. Dazu nimmt er das Bildungswesen, Ratgeberliteratur und Management-Trainings, Esoterik, Sport und Fitness, Stars, Fernsehformate wie Reality-TV und Seifenopern, Soziale Netzwerke im Internet sowie Konsum und Lifestyle in den Blick. An diesen Beispielen zeigt er, wie und weshalb der Neoliberalismus das ganze Sein und Denken der Individuen vereinnahmt. Und nicht zuletzt legt er dar, welche Folgen all das für den Einzelnen wie für die Gesellschaft hat. Dabei wird deutlich: Neoliberalismus ist mehr als Marktradikalismus und Dominanz von Kapitalinteressen. Neoliberalismus ist eine Ideologie, die Freiheit verspricht, aber Elend und Unterwerfung bedeutet.                                   Link zum Verlag

 

»Patrick Schreiner … zeigt, wie weit die neoliberale Ideologie mittlerweile in Alltag und Gesellschaft vorgedrungen ist. … Wer sich kritisch mit dem Neoliberalismus auseinandersetzen will, kommt an diesem Buch, das ausgesprochen gut und leicht lesbar ist, nicht vorbei. Es ist die beste Grundlage, um die nach wie vor ungebrochene Hegemonie des Neoliberalismus zu versehen.«
(Kai Eicker-Wolf, in: Erziehung und Wissenschaft, GEW) 
 

Patrick Schreiner, * 1978, Politikwissenschaftler, hauptamtlicher Gewerkschafter und Publizist. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Finanz- und Wirtschaftspolitik, Verteilung und politische Theorie.


Der Anbruch des Neoliberalismus. Westdeutschlands wirtschaftspolitischer Wandel in den 1970er-Jahren

Müller, Sebastian (2016), Promedia

 

Auszug (Quelle): "Sebastian Müller schildert die Geschichte einer Konterrevolution, die für den Großteil der deutschen Bundesbürger unbemerkt vonstattenging: Es ist die Rede vom Aufstieg des Neoliberalismus im Westdeutschland der 1970er-Jahre. Dieser ökonomische Umbruch, vom Liberalen Ralf Dahrendorf 1983 als „Ende des sozialdemokratischen Jahrhunderts“ beschrieben, blieb den meisten Zeitgenossen verborgen. Erst ab den 2000er-Jahren wurden die Konsequenzen unmittelbar deutlich und wirken bis heute nach.

Die Wurzeln des kontroversen und mystifizierten Kampfbegriffes „Neoliberalismus“ reichen weit in die 1940er-Jahre zurück. Aus Sicht seiner geistigen Väter war die Welt seit dem „New Deal“ Roosevelts aus den Fugen geraten. In der Nachkriegszeit hatten sich keynesianistische Wohlfahrtstaaten etabliert, ein Teil der Welt war realsozialistisch geprägt und in Westeuropa erstarkte nicht nur die Sozialdemokratie, sondern im Zuge der 1968er-Bewegungen auch der Neomarxismus.

Mit der ersten Ölpreiskrise 1973 sollte sich das Blatt wenden. Eine nach wirtschaftstheoretischer und gesellschaftspolitischer Vorherrschaft strebende Ideologie erhielt ihr realpolitisches Antlitz, international geprägt durch die radikalen „Reformen“ der Ära Reagan–Thatcher."


Die Hartz IV Diktatur, Inge Hannemann

 

Hätte mir jemand noch vor wenigen Jahren gesagt, dass ich einmal für viele Menschen zum Hoffnungsträger werden sollte, dann hätte ich ihn ohne zu zögern für verrückt erklärt. Schließlich bin ich weder Jeanne d’Arc noch ein weiblicher Robin Hood, sondern einfach Inge Hannemann. Ich bin nicht besonders groß und bringe gerade mal 50 Kilogramm auf die Waage, habe seit meinen Kindertagen Rheuma, als Folge davon eine kaputte Schulter und eine versteifte Wirbelsäule, um nur einige meiner gesundheitlichen Einschränkungen zu nennen. Und dennoch habe ich einen Kampf angenommen, den ich zwar nicht suchte, den ich aber durchaus bereit bin auszufechten.                                                                              Rowohlt Verlag 2015


Seit meine Vorgesetzten beim Jobcenter von Hamburg-Altona beschlossen haben, dass die selbstverständlichsten Grundrechte der freien Meinungsäußerung für eine Arbeitsvermittlerin nicht gelten, gab es für mich im Grunde keine Wahl. Weil ich nicht bereit war, den Mund zu halten und gegen meine Überzeugung Dienst nach menschenverachtenden und kontraproduktiven Vorschriften zu machen, hat man mich vom Dienst freigestellt. Ich wurde von meiner Stelle als Arbeitsvermittlerin im Jobcenter Hamburg-Altona bei vollen Bezügen nach Hause geschickt, weil ich Menschlichkeit gepaart mit Sachverstand im Umgang mit Arbeitssuchenden angebrachter und wirkungsvoller fand als Sanktionen oder zu erfüllende Quoten. Warum sollte ich Menschen durch Mittelkürzungen bestrafen, die ohnehin ganz unten auf unserer sozialen Skala angekommen waren? Menschen, die vor der großen sogenannten Sozialreform durch unseren früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder, der Agenda 2010, mit großer Wahrscheinlichkeit gar nicht erst in diese Lage gekommen wären. Menschen, die verzweifelt sind, die Hilfe und Verständnis brauchen und lösungsorientierte Jobcentermitarbeiter statt Drohung und Bestrafung. Menschen, denen durch Mittelkürzungen oftmals noch das letzte Stück Boden unter den Füßen weggezogen wird. Als Arbeitsvermittlerin wurde ich viel zu oft Zeugin von Willkür und Machtmissbrauch diesen Menschen gegenüber. Denn wie soll man es anders nennen, wenn beispielsweise einer Familie, die der deutschen Sprache nicht mächtig ist, ein elektronisch erstellter Brief geschickt wird, in dem ihnen in zwei kurzen Sätzen mitgeteilt wird, dass ihr Sohn sanktioniert wird und das Arbeitslosengeld II für drei Monate vollständig entfällt? Ohne eine Begründung, ohne Änderungsbescheid, ohne Anhörung und ohne die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen oder Widerspruch zu erheben, ist ein solches Verfahren nichts anderes als Willkür. Ich für meinen Teil kann aber die herabwürdigende Art und Weise, mit der in den Jobcentern in vielen Fällen mit den sogenannten «Kunden» umgegangen wird, nicht tatenlos mit ansehen.


Kriege im 21. Jahrhundert. Neue Herausforderungen der Friedensbewegung.

Die Friedensbewegung in der Bundesrepublik steht vor riesigen Herausforderungen. Militärisches Denken erobert Schulen, Forschungseinrichtungen und Redaktionen. Die kriegerische Mobilmachung Europas beginnt innerhalb der Mitgliedsstaaten, wenn jugendliche Massen arbeitslos sind, und nach Außen hin bei der Abschottung gegen Flüchtlinge. Sie stützt sich geopolitisch auf das transatlantische "Bündnis" mit den USA, auf neue Waffen- und Überwachungssysteme, auf Destabilisierung, Sanktionen und den so genannten Freihandel. Waffen und Kriegsmaterial werden bedenkenlos in Krisengebiete exportiert. Deutsches Militär, wieder auf fremdem Boden, stellt sich angeblich der "Verantwortung" für Menschenrechte.
Die Friedensbewegung stellt sich dieser Entwicklung in den Weg durch Berufung auf das Völkerrecht; durch das Erkennen des Zusammenhangs von Katastrophen, Kriegen und Kapital; durch Kritik, Protest und praktischen Widerstand. 380 Seiten, ISBN: 978-3-933264-77-0 Sonnenberg Verlag, 2015

Rudolph Bauer: Friedenspolitische Reihe. Band 01, Sammelband zur Antikriegskonferenz in Berlin, mit Beiträgen von: Prof. Dr. Rudolph Bauer (Bremen), Volker Eick (Berlin), Julian Firges (Kassel), Dr. Rolf Gössner (Bremen), Prof. Dr. Franz Hamburger (Mainz), Prof. Dr. Peter Herrmann (Rom), Claudia Holzner (Kassel), Prof. Dr. Sönke Hundt (Bremen), RA Otto Jäckel (Berlin), MdB Ulla Jelpke (Berlin), Dr. Matthias Jochheim (Frankfurt/Main), Prof. Dr. Hans-Jörg Kreowski (Bremen), Dr. Günter Rexilius (Mönch.gladbach), Helmuth Riewe (Ganderkesee), Michael Schulze von Glaßer (Kassel), Prof. Dr. Jörg Wollenberg (Bremen) .


Rudolph Bauer und Hartmut Drewes: Broschüre "Rüste-Wüste"

 

Vor einem Jahr haben Rudolph Bauer und Hartmut Drewes eine neue Broschüre des Bremer Friedensforums in der Hansestadt vorgestellt. “Rüste-Wüste” zeigt militarismuskritische Montagen des Bremer Politikwissenschaftlers Rudolph Bauer. Der Titel nimmt Bezug auf den expressionistischen Maler und Dichter Otto Nebel, der den Ersten Weltkrieg an den deutschen Fronten im Osten und Westen erlebte und 1926 die Schrift “Rüste-Wüste” veröffentlichte.

Rudolph Bauer versteht seine militarismuskritischen Bild-Montagen als Versuch, auf künstlerische Weise die Schrecken des Krieges und den Prozess der Militarisierung in das “visuell zugemüllte” Bewusstsein zu rufen. Bauer war bis 2002 Professor an der Universität Bremen und Sprecher des Instituts für Lokale Sozialpolitik und Nonprofit-Organisationen. Als Mit-Initiator der bundesweit beachteten “Erklärung Bremer Hochschullehrer und Wissenschaftler zu Stiftungsprofessuren” positionierte er sich für die Zivilklausel und gegen die um sich greifende Militärforschung an den Universitäten und Hochschulen.

Hartmut Drewes ist Pastor im Ruhestand, zuvor war er 28 Jahre in der Evangelischen Gemeinde Bremen-Oslebshausen tätig, seit Jahrzehnten ist er aktiv in der Friedensbewegung, in der antifaschistischen und internationalen Solidaritätsarbeit. Seit dem Jahr 2000 engagiert sich Hartmut Drewes als einer der Sprecher des Bremer Friedensforums.

Die Broschüre “Rüste-Wüste steht jetzt zum Downlaod. Die Print-Ausgabe ist erhältlich beim
Bremer Friedensforum, Goetheplatz 4, 28203 Bremen, Telefon 0421-396 1892
oder in der Buchhandlung Leuwer, Am Wall 171 und bei den Donnerstag-Mahnwachen auf dem Marktplatz (17 bis 18 Uhr). Bestellungen werden auch per E-Mail info@bremerfriedensforum.de entgegengenommen.


Erzählband 'Vier Stufen' - 28 Geschichten über die Liebe und andere Seltsamkeiten

Erzählt wird von Migranten, Flüchtlingen, von Kindern und Alten, von Liebenden, von Menschen, die Nähe und Geborgenheit suchen. Sozialpädagogin Ulrike Kleinert, die in ihrem Schreiben stets auf der Seite derer stand, die am Rand der Gesellschaft standen, sich für deren Rechte eingesetzt und gekämpft hat, nimmt uns mit zu den Menschen, denen auch wir im Alltag begegnen. Die Figuren ihrer Geschichten kommen uns allesamt seltsam bekannt vor. Die Geschichten erzählen von ihren Irrwegen, von Träumen und von Hoffnungen und sie erzählen von der Kraft, im Alltag nicht unterzugehen.

 

Ulrike Kleinert, 1955 geboren, aufgewachsen in einem kleinen Dorf in der Nähe Bremens, von Beruf Sozialpädagogin, eine Tochter. Ihre literarische Biografie ist zugleich eine politische Biografie dieser Stadt, der sie in ihren Werken oft genug eine Liebeserklärung setzt. Werkkreis Literatur der Arbeitswelt, Bücher­frauen, Gewerkschaftsbewegung. In Lyrik und Prosa begleitet sie Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, setzt sich für deren Rechte ein.

Ihr Buch "Vier Stufen" ist im Geest-Verlag erschienen.


Im Schatten der Schwebefähre

Den ersten Vollrausch erlebt Johannes in einer Zeit, in der das Wort „Komasaufen“ noch keine Bedeutung hatte. Der damit beginnende jahrelange Abstieg ist jedoch bedrückend zeitgemäß. Ungeschminkt und beklemmend werden die würdelosen Abgründe der Sucht zwischen Selbstbetrug und Lügen, zwischen Hochstapelei und Angst vor Entdeckung, zwischen Verzweiflung und Scham aufgezeigt..."                                                                     Südwestbuch-Verlag 2015 ISBN: 978-3-944264-87-5

 

Auszüge aus der WEB-Seite des Autors Wilfried Stüven :  http://wilfried-stueven.de/

Der Autor wurde im August 1953 in Sichtweite der Schwebefähre in Osten/Oste geboren...Nach bewegten Studentenjahren in Marburg/Lahn (Studium der Sonderpädagogik) – es war nicht einfach, sich daran zu gewöhnen, dass die Lahn immer nur in eine Richtung fließt – landete der Autor schließlich in Bremen/Weser, wo er dreißig Jahre lang als Sonderschullehrer gearbeitet hat.

Heute sitzt er oft am Fluss (dort, wo die Weser einen großen Bogen macht) und lässt sich von ihm Geschichten erzählen, die er manchmal aufschreibt. So ist in 2013 das Manuskript „Im Schatten der Schwebefähre“ entstanden.

"Angst und Liebe, Suche und Sucht sind die Themen des vorliegenden Romans, der 1949 seinen Ausgang in dem kleinen Dorf Osten an der Oste nimmt. Als Sohn des Kriegsheimkehrers Hermann Wüst und seiner aus Schlesien geflohenen Frau Martha, die beide nach den schrecklichen Erlebnissen im Krieg und auf der Flucht an der Niederelbe die Rückkehr in ein menschliches Leben suchen, erblickt Johannes das Licht der Welt.....

Der Roman bewegt sich im Spannungsbogen zwischen dramatischem Einzelschicksal (Psychogramm von Johannes, dem Säufer) und gleichzeitiger Betrachtung einer zunehmend süchtigen Gesellschaft (Soziogramm der Immer-mehr-Menschen). Auch berücksichtigt er die angsteinflößende Wirkung der Sprache (Die Angst wohnt in den Adjektiven.) in einer Welt, in der nur höher, weiter und besser zählt.


"Blutsbrüder" von Ernst Haffner (1932 und nun 2015 im Aufbau-Verlag)

Anfang der 1930er Jahre lebten in Berlin und anderen deutschen Großstädten infolge der prekären wirtschaftlichen Verhältnisse tausende Jugendliche auf der Straße. Sie verdingten sich als Tagelöhner und Laufburschen, aber häufig führte ihr Weg sie auch in die Kriminalität oder Prostitution. Zuflucht und ein wenig Sicherheit und soziale Wärme fanden sie in selbstorganisierten Gruppen. Viele waren geflüchtet aus (meist kirchlichen) "Fürsorgehöllen". In stillgelegten Fabrikbaracken traf man sich, trank, tanzte und vergaß für einen Augenblick das Elend, das einen täglich umgab.  Poetisch und mit einem tieftraurigen Realismus folgt Ernst Haffner der Jugendbande „Blutsbrüder“, lässt den Leser teilhaben an ihrem oft grausamen Überlebenskampf und schildert den unbändigen Freiheitswillen der Jugendlichen.

Aufbau Taschenbuch    978-3-7466-3069-4


Der Autor arbeitete 1925-1933 als Journalist und Sozialarbeiter in Berlin. Sein 1932 erschienener Roman "Jugend auf der landstraße Berlin" wurde von den Nazis verboten und öffentlich verbrannt. die Spur von Ernst Haffner verliert sich ab 1933.


Tagebuch einer Fürsorgerin (1925) - Nachdruck 1983